Hochschwangere Frau sitzt im Freien auf einer Wiese.

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Das 3. Schwangerschaftsdrittel

Die anstrengende Phase des dritten und letzten Trimenons beginnt nun. Der Fötus nimmt kontinuierlich an Gewicht zu und entwickelt Geburtsreife. Der Schwangerschaftsbauch wächst und der Alltag wird zunehmend beschwerlicher. Alles geht nun langsamer für die werdende Mutter, die nun Kraft sammeln muss für die letzten Schwangerschaftswochen. Sowohl der kindliche als auch der mütterliche Organismus steuern zielgerichtet auf den Höhepunkt der Schwangerschaft zu: die Geburt.

Um die 28. Schwangerschaftswoche

In der Regel findet um die 28. Schwangerschaftswoche herum die 6. Vorsorgeuntersuchung statt. Viele Geburtsvorbereitungskurse beginnen nun. Sie können sich jetzt Geburtshäuser oder Krankenhäuser anschauen, um den geeigneten Geburtsort auszuwählen.

Der immer größer werdende Bauch kann manchmal hinderlich sein. Manche Frauen bekommen dickere Beine aufgrund der Wassereinlagerungen. Auch Wadenkrämpfe können auftreten, bedingt durch einen Mangel an Kalzium und Magnesium. Hier ist eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung besonders wichtig. Einige Frauen haben leichte Verdauungsprobleme oder Sodbrennen. Es hilft, mehrere kleine Portionen zu essen statt weniger großer Portionen und auf schwer verdauliche Lebensmittel zu verzichten.

Die Augenlider des Babys haben sich um die 26. Schwangerschaftswoche herum geöffnet. Jetzt kann es blinzeln. Es nimmt immer mehr an Gewicht zu. Die Lungen des Babys sind noch nicht ausgereift, bei einer Frühgeburt müsste es künstlich beatmet werden.

Gegen Ende des 7. Schwangerschaftsmonats ist das Baby etwa 35 cm groß und schon circa 1.200 Gramm schwer.

Um die 32. Schwangerschaftswoche

Vom Beginn der 29. bis zum Ende der 32. Schwangerschaftswoche findet in der Regel die 3. Ultraschalluntersuchung statt. Die 7. Vorsorgeuntersuchung wird durchgeführt. Ab nun erfolgen die Vorsorgeuntersuchungen nicht mehr einmal monatlich, sondern im Abstand von zwei Wochen.

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Der Bauch wird größer und größer und damit schwerer.

Ungefähr jede dritte Frau bekommt schon Wochen vor dem Geburtstermin vorzeitige Wehen, die verschiedene Ursachen haben können. Oft sind Stress und körperliche oder psychische Belastungen der Auslöser. Die Hebamme, die Frauenärztin oder der Frauenarzt sollte umgehend informiert werden. Was Sie selbst tun können: Ruhen Sie sich aus! Regelmäßige Ruhepausen helfen meist schon viel.

Die Organe Ihres Babys reifen weiter und es nimmt immer mehr an Gewicht zu. Es übt auch bereits das Atmen. Dazu „atmet“ es Fruchtwasser ein und aus, was zu Schluckauf führen kann. Manche Schwangere können dies spüren durch ein leichtes Zucken in ihrem Bauch.

Ihr Baby reagiert schon deutlich auf Außenreize: Bei einer Bauchmassage der Mutter beispielsweise folgt es den Händen oberhalb der Bauchdecke. Bei unangenehmen, zu festen Berührungen wendet es sich im Mutterleib ab. Manche Babys reagieren auf Außenreize, indem sie „antworten“ mit kleinen Stößen und Tritten gegen die Bauchdecke. Viele werdende Väter genießen dieses vorgeburtliche Spiel mit dem Baby.

Ihr Baby ist ca. 40 cm groß und bis zu 2.000 Gramm schwer.

Um die 34. Schwangerschaftswoche

Jetzt findet meist die 8. Vorsorgeuntersuchung statt. 6 Wochen vor der Geburt beginnt der Mutterschutz. Erwerbstätige schwangere Arbeitnehmerinnen unterliegen einem Beschäftigungsverbot und sind daher von der Arbeitsleistung freigestellt. 

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Der Bauch kann bereits als schwer empfunden werden und Kurzatmigkeit sowie Rückenschmerzen deuten darauf hin, dass Sie Ihren Körper schonen sollten. Frauen, die bereits Kinder geboren haben, können Schmerzen an den Bändern, die die Gebärmutter halten, bekommen. Ein starkes Ziehen und Drücken des Bauchs nach unten sollte auch als körperlicher Hinweis auf Schonzeit angesehen werden.

Ihr Baby nimmt immer mehr zu. In den nächsten Wochen wird es immer enger in der Gebärmutter und das Baby wird sich weniger bewegen können.
Ihr Baby ist Ende der 35. Woche schon etwa 45 cm groß und wiegt bereits 2.500 bis 2.800 Gramm.

Um die 37. bis 39. Schwangerschaftswoche

In der 37. Schwangerschaftswoche erfolgt die 9. Vorsorgeuntersuchung und in der 39. Schwangerschaftswoche die 10. Vorsorgeuntersuchung.

Die Lage des Kindes, seine Größe und sein Gewicht werden kontrolliert. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt untersucht auch den Muttermund und achtet in den letzten Wochen vor der Geburt besonders auf Anzeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung (sogenannte Präeklampsie). Eine Präeklampsie kann, wenn sie nicht behandelt wird, lebensbedrohlich für Mutter und Kind verlaufen.

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Etwa ab der 36. Woche nehmen Schwangere pro Woche ungefähr 500 Gramm zu. Ihr Bauch wächst also rasant und wahrscheinlich wird es immer beschwerlicher für Sie. Nehmen Sie sich Zeit und holen Sie sich Hilfe, wenn etwas zu anstrengend wird. Bitten Sie Ihren Partner, Verwandte oder Freunde um Hilfe. Bestimmt hat jeder Verständnis für Ihre Situation. Vor allem an sehr warmen Sommertagen können der große Bauch und die vielleicht ohnehin bestehende Kurzatmigkeit sehr beschwerlich sein. Trinken Sie unbedingt ausreichend Mineralwasser und achten Sie besonders auf eine vitamin- und mineralstoffreiche Vollwertkost.

Ihr Kind liegt vielleicht schon in der richtigen Gebärposition, der sogenannten Schädellage. Viele Babys liegen vorher in Steißlage, das heißt mit dem Po im Becken der Mutter. Die meisten Babys drehen sich vor der Geburt in die richtige Position, nämlich mit dem Kopf nach unten. Sollte dies noch nicht der Fall sein, wird Ihnen Ihre Hebamme Tipps geben, wie Sie Ihr Kind dazu animieren können, sich zu wenden. Spezielle Körperübungen oder Akupunktur sind manchmal geeignete Mittel.

Ihr Baby ist vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ungefähr 47 cm lang und wiegt knapp 3.000 Gramm. Kommt das Kind bereits jetzt zur Welt, ist es in der Regel schon gut lebensfähig, da die Lungentätigkeit zwischenzeitlich ausgereift ist. Größe und Gewicht der Babys im Mutterleib sind in dieser Zeit allerdings recht unterschiedlich. Im Schnitt wiegen die meisten Babys gegen Ende der 39. Schwangerschaftswoche etwa 3.400 Gramm und sind ungefähr 50 cm groß.

Um die 40. Schwangerschaftswoche

Die 11. Vorsorgeuntersuchung findet statt. Ab dem errechneten Geburtstermin sind Vorsorgeuntersuchungen alle 2 Tage erforderlich.

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Manche Frauen wünschen die Geburt des Kindes sehnlich herbei – nicht zuletzt aufgrund der Beschwerden, die jetzt in den Vordergrund rücken können. Vielleicht haben Sie starke Rücken- oder Bänderschmerzen. Wenn das Baby schon tiefer in Ihr Becken gerutscht ist, kann das Sitzen unangenehm sein. Einige Schwangere klagen über Wassereinlagerungen (Ödeme) in Armen, Beinen und Füßen. Warmes Wetter und langes Stehen verstärken diese in der Regel. Achten Sie unbedingt auf Ihren Flüssigkeitshaushalt, trinken Sie mindestens 2 Liter Mineralwasser am Tag. Stützstrümpfe können helfen, ebenso häufiges Hochlegen der Beine.

Ihr Baby ist bereit für die Geburt. Wahrscheinlich liegt es nun mit dem Kopf nach unten in der richtigen Gebärposition. Liegt es noch nicht richtig in Ihrem Becken, kann die Hebamme durch verschiedene äußere Anwendungen wie Akupunktur oder Akupressur eventuell eine Drehung des Kindes bewirken. 

Die Geburt

Etwa 70 % aller Kinder kommen in der Zeitspanne von 10 Tagen vor und 10 Tagen nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Die wenigsten Kinder kommen am errechneten Geburtstermin.

Eine Überschreitung des Geburtstermins von einigen Tagen gibt noch keinen Anlass zur Sorge. Erst ab der 42. Schwangerschaftswoche spricht man von einer Übertragung. Wichtig ist jedoch, dass regelmäßige Untersuchungen stattfinden, um die körperliche Gesundheit des Kindes und seine Versorgung im Mutterleib überwachen zu können.

Die meisten Babys sind bei der Geburt zwischen 48 und 54 cm groß und wiegen zwischen 2.800 und 4.000 Gramm.