Mann liegt auf dem nacktem Bauch einer schwangeren Frau.

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Vater werden

Die Nachricht Vater zu werden ist für Männer ein besonderes Ereignis, das ganz unterschiedliche Gefühle auslösen kann. Auch angehende Väter brauchen Zeit, sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen. Männer können ihre Partnerin bereits während Schwangerschaft und Geburt in vielerlei Hinsicht unterstützen.

Andere Umstände für werdende Väter

Wenn Männer erfahren, dass ihre Partnerin schwanger ist, kann dies verschiedene Emotionen hervorrufen. Einerseits Stolz und Freude darüber, ein Kind gezeugt zu haben, andererseits aber auch Verunsicherung und Zukunftsangst vor der Verantwortung, die nun auf ihn als Vater zukommt. Das Lebensalter, die Lebensplanung und die jeweilige Lebenssituation beeinflussen die Einstellung zur Schwangerschaft genauso wie die Beziehung zur werdenden Mutter. Auch die Haltung der Herkunftsfamilie oder des sozialen Umfelds wirken sich auf die eigene Sichtweise aus.

Insbesondere Männer, die noch am Beginn ihrer beruflichen Entwicklung stehen oder die in ihrer Lebensplanung bisher keinen Nachwuchs vorgesehen haben, werden mit gemischten Gefühlen auf die Schwangerschaft reagieren. Kommt unter Umständen noch die Vermutung dazu, man sei vielleicht gar nicht der Vater und es handele sich um das Kind eines anderen, ist das Gefühlschaos vorprogrammiert. Anstelle von positiven Empfindungen stehen dann eher Ablehnung, Sorgen und Zweifel im Vordergrund.

Aber auch Männer, die dem vielleicht lang ersehnten Baby mit Begeisterung und Aufbruchsstimmung entgegensehen, können im Laufe der Schwangerschaft manchmal verunsichert sein. Die Vorstellung, die Geburt des eigenen Kindes mehr oder weniger hilflos mitzuerleben und die Auseinandersetzung mit der zukünftigen Rolle als Vater beschäftigt viele werdende Väter.

Manche Männer müssen die Nachricht über den Nachwuchs erst einmal verarbeiten und brauchen daher Zeit, sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen.

Schwangerschaftsberatungsstellen auch für Männer

Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen stehen auch Männern jederzeit für eine Beratung zur Verfügung, sei es im Einzelgespräch oder zusammen mit der Partnerin.
Ein Gespräch mit einer unabhängigen Beraterin oder einem unabhängigen Berater kann helfen, grundsätzliche Fragen zu beantworten, offen und ehrlich über die eigenen Gefühlslage zu sprechen und persönliche Lösungsansätze zu finden. Minderjährige Männer können alleine oder mit ihren Eltern zur Beratung kommen.

Die Beratung ist kostenlos und findet falls erforderlich auch kurzfristig statt. Auf Wunsch kann der Ratsuchende anonym bleiben.

Hier finden Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe und einen Überblick über die Angebote.

Schwangerschaft gemeinsam erleben

Viele Paare betrachten Schwangerschaft und Geburt heute nicht mehr als Ereignisse, die ausschließlich Frauen betreffen. Auch Männer zeigen großes Interesse an diesem Thema, sobald sie davon persönlich berührt werden. Denn es gibt wenig, was das eigene Leben so nachhaltig verändert wie die Geburt eines Kindes.

„Wir sind schwanger“

Im Gegensatz zu Frauen, die eine Schwangerschaft von Beginn an schon durch die rein körperlichen Veränderungen bewusst erleben, bleiben die ersten Schwangerschaftswochen oder -monate für Männer eher diffus. Zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche wird durch die Ultraschalluntersuchung das Kind erstmals sichtbar. Für viele Männer ist dieser Blick auf ihr Ungeborenes ein wichtiger emotionaler Moment, der ihnen deutlich bewußt macht, in wenigen Monaten tatsächlich Vater zu sein. Mit zunehmendem Wachstum des Fötus bekommen Väter die Möglichkeit, die Kindsbewegungen von außen durch die Bauchdecke der Partnerin zu erspüren und so erstmals direkten Kontakt mit ihrem Kind aufzunehmen.

Mittlerweile ist es nicht ungewöhnlich, dass Männer ihre Partnerin zu Vorsorgeuntersuchungen begleiten. Allerdings haben sie hierfür keinen Anspruch auf Freistellung durch ihren Arbeitgeber.

Übrigens: Sex in der Schwangerschaft ist grundsätzlich weiterhin möglich, sofern medizinisch nichts dagegenspricht und bei beiden Partnern die Bereitschaft dazu gegeben ist.

Die Partnerin unterstützen

Männer sehen naturgemäß eine Schwangerschaft aus einer anderen Perspektive als die Schwangere. Viele Männer bemühen sich, ihre Partnerin zu unterstützen, wissen aber häufig nicht, in welchem Rahmen dies gewünscht ist. Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin, was ihr gut tut und welche Hilfe sie erwartet. Der Kontakt zu anderen (zukünftigen) Vätern kann helfen sich der eigenen Rolle bewusst zu werden und dient dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
 
Schwangere sollten sich gesund ernähren. Alkohol und Rauchen sind während dieser Zeit tabu. Unterstützen Sie Ihre Partnerin hierbei und seien Sie möglichst solidarisch. Verzichten Sie zumindest in ihrer Gegenwart auf das Rauchen. Auch das Passivrauchen ist schädlich für das ungeborene Kind. Dies gilt ebenso für die Zeit nach der Geburt. Vielleicht bietet die Schwangerschaft den Anlass, selbst mit dem Rauchen aufzuhören.

Väter bei der Geburt

Die Frage, ob der Vater bei der Geburt dabei sein soll, beschäftigt werdende Eltern schon bald in der Schwangerschaft. Sprechen Sie auch hierüber offen und ehrlich mit Ihrer Partnerin, inwieweit dies für Sie beide in Frage kommt. Für die meisten Väter ist es ein besonderes Ereignis, wenn ihr eigenes Kind geboren wird. Jedes Paar kann selbst entscheiden, ob der Vater die Geburt begleitet und was er während dieser Zeit für die Gebärende tun kann. Wenn der Vater die Geburt miterlebt, ist dies ein unvergesslicher Moment und in den meisten Fällen für alle Beteiligten sehr bewegend. Bei den meisten Männern stellen sich ungeahnte Glücksgefühle ein, wenn sie ihr Kind in den Armen halten, und vor allem beim ersten Kind zugleich das Wissen: Jetzt ist nichts mehr wie zuvor!

Hier gibt es mehr Infos über die Begleitperson bei der Geburt.