Geldscheine und Scherenschnitt einer vierköpfigen Familie liegen auf Tisch.

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Leistungen & Hilfen für Schwangere und Familien

Familien sind wichtige Grundlage jeder Gesellschaft und verdienen daher Schutz und Unterstützung. Zahlreiche Leistungen des Bundes richten sich deshalb ausschließlich an Eltern und ihre Kinder. Zusätzlich fördert und unterstützt der Freistaat Bayern Familien mit eigenen finanziellen Leistungen.

Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld zählt zu den Mutterschaftsleistungen und dient zusammen mit dem Zuschuss des Arbeitgebers als Ausgleich für das wegfallende Arbeitsentgelt während der gesetzlichen Schutzfristen vor und nach der Entbindung.

Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung 

Arbeitnehmerinnen, die freiwillig oder pflichtversichert Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind und bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld haben, können für die Zeit der Mutterschutzfrist (grundsätzlich sechs Wochen vor und mindestens acht Wochen nach der Entbindung) bei ihrer Krankenkasse Mutterschaftsgeld beantragen.

Mutterschaftsgeld des Bundesversicherungsamts 

Frauen, die in einem Beschäftigungsverhältnis (zum Beispiel geringfügiger Minijob oder Praktikum) stehen und die nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, erhalten anstelle des täglichen Mutterschaftsgelds der gesetzlichen Krankenversicherung ein (einmaliges) Mutterschaftsgeld des Bundesversicherungsamts (BVA).

Ausführliche Informationen erhalten Sie bei der Mutterschaftsgeldstelle beim BVA.

Hier geht es direkt zur Website der Mutterschaftsgeldstelle beim BVA.

Frauen, die selbstständig tätig sind, können für die Zeit vor und nach der Geburt eventuell entsprechende Leistungen (zum Beispiel Krankentagegeld) über ihre private Krankenversicherung erhalten. Wenden Sie sich diesbezüglich bitte direkt an Ihre private Krankenversicherung.

Elterngeld

Nach der Geburt eines Kindes haben zuvor erwerbstätige Eltern die Möglichkeit, auf die Erwerbstätigkeit zu verzichten oder sie einzuschränken, um sich der Pflege und Fürsorge ihres Babys zu widmen. Durch das Basiselterngeld wird das nach der Geburt weggefallene Netto-Einkommen für bis zu 14 Monate zu einem festgelegten Prozentsatz ausgeglichen.

Das ElterngeldPlus richtet sich vor allem an Eltern, die früher in den Beruf zurückkehren möchten. Es berechnet sich wie das Basiselterngeld, beträgt aber maximal die Hälfte des Elterngeldbetrags, der Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde. Dafür wird es für den doppelten Zeitraum gezahlt: ein Elterngeldmonat = zwei ElterngeldPlus-Monate. Damit profitieren Eltern vom ElterngeldPlus auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus.

Der Partnerschaftsbonus fördert die partnerschaftliche Aufteilung von familiären und beruflichen Aufgaben. Er bietet die Möglichkeit, für vier weitere Monate ElterngeldPlus zu nutzen.

Ob für Eltern Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus oder auch die Kombination aller drei Gestaltungsmöglichkeiten vorteilhaft ist, hängt von den jeweiligen individuellen Lebensumständen wie Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung, Höhe der monatlich notwendigen finanziellen Absicherung usw. ab.

Zuständig für das Elterngeld sind in Bayern die jeweiligen Regionalstellen des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS).

Hier finden Sie eine Regionalstelle des ZBFS in Ihrer Nähe.

 

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Mehr Informationen zum Elterngeld finden Sie hier:

Bayerisches Familiengeld

Mit dem Bayerischen Familiengeld wird seit 1. September 2018 die Erziehungsleistung von Eltern mit kleinen Kindern besonders anerkannt. Eltern soll bei ihren Entscheidungen hinsichtlich Erziehung, Bildung und Gesundheitsförderung ein ökonomischer Gestaltungsspielraum eingeräumt werden.

Der Freistaat Bayern gewährt den Eltern für jedes Kind im zweiten und dritten Lebensjahr, das heißt vom 13. bis zum 36. Lebensmonat, 250 Euro pro Monat, ab dem dritten Kind 300 Euro pro Monat.  

Das Familiengeld ist eine Leistung für alle Familien, unabhängig von Einkommen, Betreuungsform oder Erwerbstätigkeit.  

Mehr Informationen und Antworten auf Fragen zum Bayerischen Familiengeld erhalten Sie auf der Website des Zentrums Bayern Familie und Soziales.

Zwei Stapel Windeln, ein Schnuller und 50-Euro-Scheine auf einem Tisch.

Schwangere und Familien können im Freistaat Bayern von einer finanziellen Förderung profitieren.

Kindergeld, Kinderfreibetrag & Kinderzuschlag

Kindergeld und Kinderzuschlag sind Leistungen des Bundes, die Eltern finanziell unterstützen. Der Kinderfreibetrag zählt zu den Steuervergünstigungen für Familien.

Kindergeld

Grundsätzlich besteht für alle Kinder ab der Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Kindergeld, unter bestimmten Bedingungen auch länger. Das Kindergeld wird einkommensunabhängig bezahlt und beträgt für das erste und zweite Kind je 204 Euro monatlich, für das dritte Kind 210 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 235 Euro im Monat.

Beantragt wird das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit bzw. für Angehörige des öffentlichen Dienstes bei der zuständigen Bezügestelle.

Kinderfreibetrag

Bei der Besteuerung des Einkommens der Eltern muss für jedes steuerlich zu berücksichtigende Kind ein Betrag in Höhe des Existenzminimums steuerfrei bleiben. Die steuerliche Freistellung des Einkommens erfolgt entweder durch das Kindergeld oder durch die steuerlichen Freibeträge.

Ausführliche Informationen zu Steuererleichterungen enthält die Sozialfibel des Bayerischen Familienministeriums.

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag wird Eltern gewährt, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen grundsätzlich bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken.

Informationen zum Kinderzuschlag und den Antrag auf Kinderzuschlag gibt es auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Der Kinderzuschlag kann auch online berechnet werden. Hier geht es zum Kinderzuschlags-Check.

Baukindergeld

Das Baukindergeld ist ein staatlicher Zuschuss des Bundes, der es Familien mit Kinder erleichtern soll, selbst genutztes Wohneigentum zu erwerben. Die Höhe der Förderung für das erste eigene Wohnhaus oder die erste eigene Eigentumswohnung ist unter anderem abhängig von der Anzahl der Kinder und der Einkommenshöhe.

Zusätzlich unterstützt Bayern Familien durch das Bayerische BaukindergeldPlus und die Eigenheimzulage.

Unterhalt & Unterhaltsvorschuss

Bei Verwandtschaftsverhältnissen, in denen eine Person von der anderen abstammt, besteht die Pflicht zum gegenseitigen Unterhalt (sogenannter Verwandtenunterhalt). Dies gilt grundsätzlich auch für getrennt lebende Ehegatten, Geschiedene und nicht verheiratete Eltern.

Infos zu den verschiedenen Unterhaltsansprüchen finden Sie in der Sozialfibel des Bayerischen Familienministeriums.

Unterhalt an das Kind

Der Lebensunterhalt für ein Kind wird innerhalb einer Familie von beiden Eltern gemeinsam bestritten durch Geld und Sachwerte, aber auch durch Erziehung, Betreuung, Pflege und persönliche Zuwendung.

Lebt ein Elternteil (hier zum Beispiel der Vater) mit seinem Kind nicht zusammen in häuslicher Gemeinschaft, erfolgt der Unterhalt meist durch regelmäßige Zahlung eines Geldbetrags. Dieser Barunterhalt bemisst sich nach dem Alter des Kindes und dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Als Leitlinie wird meist die „Düsseldorfer Tabelle“ herangezogen.

Hier finden Sie Infos zur Düsseldorfer Tabelle.

Kommt der Vater, aus welchen Gründen auch immer, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur unregelmäßig nach, kann dem Kind zur Sicherung seines Lebensunterhalts auf Antrag ein gesetzlicher Unterhaltsvorschuss als staatliche Leistung gewährt werden.

Hier finden Sie Infos zum Unterhaltsvorschuss.

Unterhalt an die Mutter

Leben die verheirateten Eltern nicht zusammen oder getrennt innerhalb der ehelichen Wohnung, besteht auch für die Mutter ein eigener Unterhaltsanspruch gegenüber dem Kindsvater (sogenannter Trennungsunterhalt). Nach der Scheidung besteht grundsätzlich ein Recht auf nachehelichen Unterhalt.

Auch die Mutter eines nicht ehelichen Kindes kann aus Anlass der Geburt einen Unterhaltsanspruch geltend machen. Die Höhe bestimmt sich unter anderem nach dem Einkommen, das der Mutter ohne die Geburt des Kindes zur Verfügung gestanden hätte und ihrer Lebensstellung.

Hier finden Sie weitere Infos zum Unterhaltsrecht.

Leistungen für Bildung und Teilhabe

Eltern mit geringem Einkommen, die staatliche Sozialleistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, können für ihre Kinder Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten.

Zum Leistungspaket zählen die Übernahme der tatsächlichen Kosten für ein- und mehrtägige Schul- und Kita-Ausflüge, das gemeinsame Mittagessen der Kinder in Schule und Kita, die Beförderung der Kinder zur Schule und die Lernförderung (das heißt die Nachhilfe).

Für den persönlichen Schulbedarf und die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (wie im Sportverein oder in der Musikschule) werden Zuschüsse geleistet.

Anträge können bei den zuständigen Jobcentern und den Verwaltungen der Landkreise und kreisfreien Städte gestellt werden.

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Weitere Infos erhalten Sie hier:

Hilfe für Schwangere in Not

Die bayerische „Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind" unterstützt schwangere Frauen in finanziellen Notlagen durch freiwillige finanzielle Schenkungen, jedoch ohne Rechtsanspruch. Es können Zuschüsse gewährt werden für Anschaffungen, die im Zusammenhang mit der Geburt stehen.

Die Schwangere muss ihre Schwangerschaft durch Attest oder Mutterpass nachweisen können und ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben. Sie muss sich in einer finanziellen Notlage befinden und ihr Einkommen darf bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. 

Anträge können bei den staatlich anerkannten und den katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen in Bayern gestellt werden.  

Logo Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind

Die „Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind” unterstützt Schwangere in Not mit individuellen Zuschüssen.

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Weitere Informationen zur „Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind” erhalten Sie hier:

Hilfe für Familie in Not

Die bayerische „Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind" unterstützt auch Familien in unverschuldeten finanziellen Notlagen (zum Beispiel durch Krankheit oder Tod eines Familienangehörigen). Es handelt sich in der Regel um eine einmalige finanzielle Schenkung, mit der die bestehende Notlage der Familie abgewendet oder erleichtert werden soll.

Besonders kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Familien mit Kindern mit Behinderung können die Unterstützung erhalten. Ein Rechtsanspruch auf die Leistungen der Landesstiftung besteht nicht, es handelt sich um eine freiwillige Schenkung des Freistaats Bayern.

Welche Hilfen möglich sind, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und wo Anträge gestellt werden können, erfahren Sie auf der Website des Zentrums Bayern Familie und Soziales.