Lachende Frau auf dem Sofa im Gespräch.

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Das 1. Schwangerschaftsdrittel

Neben der Einteilung einer Schwangerschaft in Schwangerschaftswochen (SSW) gibt es die Unterteilung in Schwangerschaftsdrittel (Trimenon). Jedes dieser sogenannten Trimenons umfasst etwa 3 Monate oder 13 SSW. Im 1. Drittel fällt die Schwangerschaft äußerlich meist noch nicht auf, trotzdem gibt es große Veränderungen im weiblichen Körper. Der ganze Organismus stellt sich auf die folgende Aufgabe ein: alles aufzubieten, damit der Embryo sich zum Fötus und zum gesunden Baby entwickeln kann.

So wie jeder Mensch in Größe und Gewicht individuell unterschiedlich ist, verläuft auch die Entwicklung im Mutterleib bei jedem Embryo nicht exakt nach gleichem Gewichts- und Größenschema. Deshalb sind die Gewichts- und Größenangaben, die in den folgenden Übersichten der einzelnen Phasen der Schwangerschaft genannt werden, nur als durchschnittliche Anhaltspunkte zu verstehen. Seien Sie unbesorgt, wenn die Daten Ihres Kindes davon abweichen. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin beziehungsweise Ihre Hebamme das Wachstum Ihres Kindes ständig im Blick haben und Sie entsprechend über den individuellen Entwicklungsstand informieren.

Schwangerschaftswoche 3

Nach der Befruchtung, das heißt der Verschmelzung von weiblicher Ei- und männlicher Samenzelle, teilt sich die Eizelle mehrmals und nistet sich in die Gebärmutterschleimhaut ein. Dieser Vorgang wird auch Nidation genannt. Aus dem Zellhaufen entwickelt sich neben dem eigentlichen Embryo unter anderem auch der Mutterkuchen, die sogenannte Plazenta, die das werdende Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen wird. In der Regel merken Frauen zu diesem Zeitpunkt noch keine körperlichen oder seelischen Veränderungen. Ein herkömmlicher Schwangerschaftstest wäre zu einem so frühen Zeitpunkt noch negativ, da die Konzentration des Schwangerschaftshormons im Urin noch nicht hoch genug ist. Allerdings gibt es mittlerweile auch Frühtests, die bereits kurz nach der Empfängnis angewandt werden können.

Um die 5. Schwangerschaftswoche

Wenn die Regelblutung ausbleibt, vermuten viele Frauen eine bestehende Schwangerschaft. Bei einigen Frauen sind in den vergangenen Wochen vielleicht schon erste Anzeichen aufgetreten wie Brustspannen, Stimmungsschwankungen aufgrund der hormonellen Umstellung des Körpers oder leichtes Ziehen oder Drücken im Unterleib. Auch Schwindel, Übelkeit und Erbrechen können auf eine Schwangerschaft hindeuten. Treten viele der genannten Symptome zusammen auf, ist eine Schwangerschaft sehr wahrscheinlich.

Dann sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Diesen gibt es rezeptfrei in Apotheken und Drogerien. Ein Test kann schon nach dem ersten Tag des Ausbleibens der Regelblutung eine Schwangerschaft anzeigen. Empfohlen wird eine Anwendung beim ersten morgendlichen Gang zur Toilette, da die Hormonkonzentration im Urin zu dieser Zeit am höchsten ist. Zeigt der Test ein positives Ergebnis, sollten Sie zeitnah einen Termin in einer gynäkologischen Fachpraxis vereinbaren. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt wird im Rahmen einer Erstuntersuchung feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Auch Hebammen können eine Schwangerschaft bestimmen.

In der Erstuntersuchung wird die Schwangerschaft festgestellt, der voraussichtliche Geburtstermin errechnet und der Mutterpass ausgestellt. Im Mutterpass dokumentieren die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie die Hebammen den Verlauf der Schwangerschaft und mögliche Risiken. Tragen Sie den Mutterpass immer bei sich. Er liefert wichtige Informationen für Notfälle und später für die Geburt.

Im Anschluss an die erste Untersuchung wird ein Termin für die 1. Vorsorgeuntersuchung vereinbart, die normalerweise etwa vier Wochen nach der Erstuntersuchung stattfinden wird. Das Ziel der Schwangerenvorsorge ist die medizinische Begleitung der Schwangeren und die frühzeitige Erkennung von Risiken für Mutter und Kind.

Hier gibt es weiterführende Informationen zum Thema.

Ihr gesamter Organismus vollbringt gerade Höchstleistungen. Die Hormonausschüttung bewirkt, dass sich Ihr Körper auf die Schwangerschaft einstellt. Ihr Stoffwechsel erhöht sich um ein Fünftel und auch Ihre Blutbildung wird angeregt. Das Blutplasma nimmt in der Schwangerschaft um circa 20 bis 40 % zu. Ihr Blut stellt alle notwendigen Nährstoffe für das Wachstum des Embryos und für die Bildung der Plazenta (Mutterkuchen) bereit.

Die Gebärmutter wird stärker durchblutet und vergrößert sich. Die Brüste werden größer und können sehr empfindlich sein. Auch kann sich die Haut um die Brustwarzen und die Schamlippen dunkel verfärben. Die hormonelle Umstellung des Körpers verursacht bei vielen Schwangeren Übelkeit, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen. Dies hält in der Regel längstens bis zum 4. Schwangerschaftsmonat an. Dann hat sich der Hormonhaushalt meist eingespielt.

Wichtig: Sie haben nun einen erhöhten Vitamin- und Nährstoffbedarf.

Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen steigt in der Schwangerschaft erheblich.

Besonders wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes sind Jod und Folsäure. In der Regel sollten diese zusätzlich in Tablettenform eingenommen werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie entsprechend beraten.

Sie sollten eine gesunde Ernährung sicherstellen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Dazu gehören viel frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten durch Mineralwasser ohne Kohlensäure. Gemieden werden sollten Fertigprodukte, zu viel Zucker, gesüßte Getränke wie Limonaden, Cola und dergleichen. Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke (Energydrinks) sollten nur in Maßen getrunken werden. Mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sorgen Sie für Ihre Gesundheit und auch für die Ihres Babys.

Das Netzwerk Gesund ins Leben gibt zahlreiche Tipps zu Essen und Trinken in der Schwangerschaft.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema gesunde Ernährung für Schwangere.

Auf Alkohol, Nikotin, und Drogen sollte absolut verzichtet werden. Sofern Sie auf Medikamente angewiesen sind, nehmen Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.

Hier gibt es weiterführende Informationen über Risikofaktoren in der Schwangerschaft.

In der 5. bis 6. Woche ist der Embryo fest mit der Gebärmutter verbunden und wird über die Nabelschnur versorgt. Das Herz des Babys beginnt zu schlagen. Dies ist auf Ultraschallbildern schon deutlich zu erkennen.

Beim Embryo entwickeln sich bereits die Organe. Kopf und Rumpf sind schon zu erkennen. Der Embryo misst etwa 5 Millimeter.

Um die 8. Schwangerschaftswoche

Meist liegt in der Zeit ab der 8. Schwangerschaftswoche die 1. Vorsorgeuntersuchung.

Diese umfasst mehrere diagnostische Maßnahmen, die verbindlich in den Mutterschafts-Richtlinien festgelegt sind. Alle Untersuchungsergebnisse werden zukünftig in den Mutterpass eingetragen. Zu den diagnostischen Maßnahmen, die in jeder Untersuchung durchgeführt werden, zählen unter anderem

  • die Blutdruckmessung
  • die Feststellung des Körpergewichts
  • die Urin- und Blutuntersuchung
  • die Kontrolle des Gebärmutterstands

In einem späteren Stadium der Schwangerschaft werden auch die kindlichen Herztöne sowie die Lage des Kindes kontrolliert.

Hier gibt es weitere Informationen zu den Vorsorgeuntersuchungen.

Die sogenannten Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und Brustspannen sind bei den meisten Frauen nun vorhanden. Manche Frauen entwickeln eine Abneigung gegenüber bestimmten Speisen oder Gerüchen. Stimmungsschwankungen kommen in dieser Zeit häufig vor.

In der 8. Schwangerschaftswoche ist der Embryo ca. 20 bis 30 Millimeter groß und wiegt 10 bis 15 Gramm. Das Herz hat rechte und linke Herzkammern gebildet. Die meisten Organe sind angelegt und übernehmen teilweise ihre Funktionen. Anlagen für Arme und Beine entstehen. Der Embryo wächst von oben nach unten und wirkt noch unproportioniert. Der Kopf ist das größte Körperteil, dann folgt der Oberkörper. Die untere Körperhälfte ist bisher am geringsten ausgebildet. Die Wirbelsäule bildet sich und erste Konturen eines Gesichts sind schon erkennbar.

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Hier finden Sie mehr Informationen und Hintergrundwissen:

Um die 10. Schwangerschaftswoche

Zu Beginn der Schwangerschaft wird das Ungeborene als Embryo bezeichnet. Nach den ersten zehn Schwangerschaftswochen wird nicht mehr von einem Embryo, sondern von einem Fötus (oder Fetus) gesprochen. Beim Fötus sind im Gegensatz zum Embryo Arme und Beine bereits gut ausgebildet und er beginnt sich zu bewegen. Allerdings sind diese Bewegungen noch nicht für die Schwangere spürbar. Auch die Haut des Fötus ist bereits gut ausgebildet. Im 3. Schwangerschaftsmonat entwickeln sich das Gehirn, die Gliedmaßen und Organe des Fötus rasant. In dieser Zeit besteht jedoch auch die größte Gefahr für eventuelle Fehlbildungen, die eine Fehlgeburt zur Folge haben können.

Um die 12. Schwangerschaftswoche

Die Vorsorgeuntersuchungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche beinhalten neben den diagnostischen Untersuchungen auch eine allgemeine Beratung und Informationen über Laboruntersuchungen. Die erste Ultraschalluntersuchung findet zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche statt. Mit Spannung erwarten viele Eltern dieses Ereignis, bei dem sie das Ungeborene zum ersten Mal sehen können.

Das Risiko für Fehlgeburten sinkt mit Ende des 1. Trimenons deutlich.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich zu einem Geburtsvorbereitungskurs anzumelden. Zwar beginnt der Kurs meist erst ab der 26. SSW; aber die Kurse sind oft schnell ausgebucht. Auch sollten Sie sich, falls noch nicht geschehen, um eine Hebamme für die Geburt oder die Nachsorge im Wochenbett kümmern.

Hier gibt es weiterführende Informationen zum Thema.

Die meisten Schwangerschaftsbeschwerden verschwinden jetzt oder bessern sich deutlich. Viele Schwangere beginnen sich rundherum richtig wohl zu fühlen. Vielleicht sieht man bei Ihnen schon ein wenig mehr Bauch. Kindsbewegungen sind noch nicht zu spüren, können aber per Ultraschall schon festgestellt werden.

Aufgrund der hormonellen Veränderungen und der erhöhten Blutmenge im Kreislauf sieht die Haut von Schwangeren oft glatt und rosig aus.

Hormonell bedingter Haarausfall ist von der 12. Schwangerschaftswoche an keine Seltenheit. Normalerweise lässt dieser Haarausfall nach wenigen Wochen wieder nach. Insbesondere in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft verfügen Frauen dann wieder über einen kräftigen und gesunden Haarwuchs.

Das Ungeborene ist in der 12. Schwangerschaftswoche bereits ca. 5 Zentimeter groß und ca. 20 Gramm schwer. Arme und Beine sind gut ausgebildet, ebenso die äußeren Geschlechtsorgane. Die Finger und Zehen bilden sich, die Ansätze sind schon zu erkennen. Es sind schon erste Bewegungen des Fötus erkennbar.