Schwangere Frau fasst an die Stirn eines Mädchens.

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Kindergesundheit

Alle Eltern wünschen sich gesunde Kinder. Manchmal können Notfallsituationen und Krankheiten auftreten, die Eltern stark verunsichern. Dann ist es gut zu wissen, wo man sich sofort hinwenden kann. Bereits im Vorfeld können Eltern aber viel dazu beitragen, dass Unfälle und Krankheiten vermieden werden. 

Notfallsituation mit Kindern

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines medizinischen Notfalls eher gering ist, sollte man sich zuvor ein paar Gedanken darüber machen, um im Ernstfall besser reagieren zu können.  

Hier zunächst die zwei wichtigsten Rufnummern bei gesundheitlichen Notfällen. Diese sollten Sie immer griffbereit haben.  

Notruf/Rettungsdienst: 112
Giftnotruf in Bayern: 089 19240


Ein Merkzettel mit allen weiteren wichtigen Telefonnummern ist sehr zu empfehlen. Auch wenn es schwerfällt, versuchen Sie in einer Notfallsituation ruhig zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren.  

Die Internetseite www.kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet hierzu hilfreiche Hintergrundinformationen:

Spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Kinder sind für Eltern ratsam. Sie werden von unterschiedlichen Institutionen angeboten.  

Ihre Hebamme, Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin sowie Familienzentren und Familienstützpunkte können Ihnen Auskunft geben über Kurse in Ihrer Nähe.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft „mehr Sicherheit für Kinder e. V.“ setzt sich dafür ein, sichere Lebenswelten für Kinder zu schaffen und Kinder und Jugendliche vor Unfällen zu schützen. Eltern und Fachkräfte aus der Kindertagespflege finden hier zahlreiche Tipps und Infos, wie sich Kinderunfälle vermeiden lassen und welche Maßnahmen im Notfall zu ergreifen sind.

Auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. informiert Eltern zum Thema Unfallverhütung. Das interaktive Sicherheitshaus auf www. kinderaertze-im-netz.de verdeutlicht Ihnen, wie Sie Ihr Zuhause „kindersicher“ machen können.  

Gesund an Körper und Seele

Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich auf seine Art und Weise und in seinem Tempo. So können manche Kinder bereits vor ihrem ersten Geburtstag laufen, andere brauchen dafür deutlich länger. Auch die Sprachentwicklung und die Fähigkeit, die Körperausscheidungen zu kontrollieren, sind bei gleichaltrigen Kindern unterschiedlich ausgeprägt. Lassen Sie sich hierdurch nicht verunsichern und bleiben Sie geduldig. 

Kind und Baby auf dem Sofa.

Gemeinsames Spielen fördert die Entwicklung von Kindern.

Ob sich Ihr Kind gesund und altersgemäß entwickelt, wird der Kinderarzt oder die Kinderärztin im Rahmen der regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen feststellen. Bitte nehmen Sie diese U-Untersuchungen unbedingt wahr. Entwicklungsverzögerungen können durch Frühförderung ausgeglichen werden. Je früher Krankheiten und Auffälligkeiten erkannt werden, desto besser und effektiver können diese behandelt werden. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin wird Sie beraten und Ihr Kind an die entsprechenden Fachstellen oder Fachärzte und Fachärztinnen verweisen.

Die psychische Widerstandsfähigkeit, die sogenannte Resilienz, bildet sich schon sehr früh im Leben heran. Bereits Babys nehmen wahr, wie ihre Umwelt auf ihre Bedürfnisse reagiert. Elterliche Zuwendung und die Eltern-Kind-Bindung sind maßgebend für die gesunde seelische Entwicklung Ihres Kindes. Auch das Stillen des Babys unterstützt die frühkindliche Bindung und stärkt zudem das Immunsystem des Kindes.   

Erfahren Sie mehr zur Bindung zwischen Eltern und Kind in den beiden kostenfreien Broschüren, die in mehreren Sprachen erhältlich sind: 

Nicht jedem „störenden“ Verhalten eines Kindes muss gleich eine psychische Störung zugrunde liegen. Auch hier gilt: Kinder entwickeln sich unterschiedlich.  

Bei Sorgen über dauerhafte Verhaltensauffälligkeiten holen Sie sich fachkundigen Rat bei einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin. Bei Bedarf wird er Sie an entsprechende Fachärzte und Fachärztinnen, Therapieeinrichtungen und Fachkräfte der Kinder- und Jugendpsychotherapie oder an weitere Beratungsstellen verweisen.

Schutz durch Impfungen

Ein wichtiges Thema für Eltern ist das Impfen. Bei Krankheiten wie zum Beispiel Masern, Keuchhusten und Mumps handelt es sich keinesfalls um harmlose „Kinderkrankheiten“, sondern um hochansteckende Infektionen, die schwere und teils lebensbedrohliche Verläufe nehmen können.

Die ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut entwickelt Impfempfehlungen für alle Altersgruppen. Im jährlich angepassten Impfkalender der STIKO sehen Sie alle empfohlenen Impfungen auf einen Blick. Hier erfahren Sie auch, welche Impfungen in welchem Abstand durchgeführt werden sollten und wann eine Auffrisch-Impfung erforderlich ist.

Impfschutz beginnt bereits vor Geburt Ihres Kindes.

Denken Sie auch bei einem Kinderwunsch daran, Ihren Impfstatus überprüfen zu lassen und eventuell fehlende Impfungen nachzuholen.

Die STIKO empfiehlt außerdem allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin auch Ihren bisherigen Impfstatus abfragen und Sie entsprechend beraten.

Um eine weite Ausbreitung von Infektionserkrankungen in der Bevölkerung zu verhindern, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen geimpft sind. Säuglinge und Kleinkinder, die aufgrund ihres Alters noch nicht geimpft werden können, sind besonders vor Ansteckungsgefahren zu schützen. Deshalb ist es wichtig, dass neben den Eltern auch alle weiteren Kontaktpersonen, wie zum Beispiel Geschwister und Großeltern, aber auch der Freundeskreis oder Betreuungspersonen über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Mehr zum Thema Impfschutz durch Kontaktpersonen gibt es in einem Flyer der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen.

Kinderarzt und Kinderärztin

Oft entwickeln Eltern mit der Zeit ein gutes Gespür für das Befinden ihres Kindes und wissen bei Anzeichen von Unwohlsein, welche Maßnahmen zu treffen sind. Insbesondere bei Babys und Kleinkindern ist es anfangs nicht immer einfach die Symptome richtig zu deuten. Bei Unsicherheit bzw. Anzeichen ernster Erkrankungen sollte immer ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin kontaktiert werden. Diese werden auch als Fachärzte und Fachärztinnen für Pädiatrie bezeichnet. 

Auch gesunde Kinder sollten unbedingt regelmäßig eine Kinderarztpraxis für die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 aufsuchen. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin nimmt außerdem Impfungen vor, um Kinder vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen. Er oder sie wird Sie hierüber eingehend informieren. Neben den Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter gibt es auch weitere Untersuchungen für Jugendliche.  

Für Eltern ist es wichtig, sich beim Kinderarzt oder der Kinderärztin gut beraten zu fühlen.

Kinder sollten ebenfalls ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Arzt oder ihrer Ärztin entwickeln, um später im Jugendalter auch ohne die eigenen Eltern bei einem Arzttermin Unsicherheiten oder Probleme ansprechen zu können.  

Illustration: Gruppe von Menschen mit Person mit Arztkoffer

Der Kinderarzt oder die Kinderärztin sollte immer dann aufgesucht werden, wenn man sich unsicher über den Gesundheitszustand seines Kindes fühlt.

Krankenhaus

Bei einigen Krankheiten oder Unfällen lässt sich ein Aufenthalt im Krankenhaus leider nicht vermeiden. In erster Linie kommen hierfür Kinderkliniken bzw. Abteilungen für Kinder- und Jugendmedizin infrage.  

Um stationäre Behandlungen bei Kindern zu verbessern und kindgerechter zu gestalten, wurde das Qualitätssiegel „Ausgezeichnet. FÜR KINDER“ entwickelt. Kliniken, die dieses Gütesiegel vorweisen, bieten eine qualitativ hochwertige, kontinuierliche und multiprofessionelle Versorgung. Daneben verfügen diese Kliniken über ein speziell ausgebildetes Pflegeteam und bieten weitere Angebote aus dem medizinischen und pädagogischen Bereich an.  

Eltern von Säuglingen, Kleinkindern und auch teils von Schulkindern werden stationär als Begleitpersonen mit aufgenommen, sofern der Kinderarzt oder die Kinderärztin dies für notwendig hält. In der Regel werden die Kosten des sogenannten „Rooming-In“ von den Krankenkassen übernommen. Auch die Besuchsregelungen sind an die kleinen Patienten und deren Familien angepasst.

Ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus kann Kinder, aber auch Eltern verunsichern. Es ist daher ratsam, sich vor der Aufnahme auf die besondere Situation einzustellen.