Aufklärung und Verhütung

 

Sexualaufklärung

Die Sexualität ist ein wichtiger Teil jedes Menschen, in jeder Kultur und in jedem Alter. Jeder wünscht sich ein erfülltes Sexualleben. Wie dieses aussieht, hängt ab von den jeweiligen Vorlieben, Wertvorstellungen, Interessen und der Erziehung des Menschen. Es kann/wird sich abhängig vom Lebensalter, der Lebensphase, vom (Sexual)partner und den bereits gesammelten Erfahrungen im Laufe eines Lebens verändern.
Wichtig ist dabei immer, dass beide Sexualpartner sich vertrauen und offen und ehrlich über ihre Wünsche und Vorstellungen sowie über Ängste oder Unsicherheiten sprechen können. Niemand sollte sich überreden oder gar zwingen lassen, Dinge zu tun, die sie/er nicht möchte.

Wer seine Sexualität lebt, trägt nicht nur für sich selbst, sein Wohlbefinden und seine Gesundheit die Verantwortung: das Wohl und die Gesundheit der Partnerin oder des Partners ist genauso wichtig – und für schöne Stunden zu zweit auch notwendig.

Die Schwangerschaftsberatungsstellen bieten eine umfassende Sexualaufklärung. Sie haben den Auftrag zu beraten und zu unterstützen und durch ihre Aufklärungsarbeit zur Vermeidung von ungewollten Teenagerschwangerschaften beizutragen.

Die Internetseite loveline.de bietet vor allem jungen Menschen viele Informationen rund um das Thema Sexualität. Es gibt einen Chat, ebenso einen Experten-Chat und mehrere Tests, um sein Wissen im Bereich der Sexualität zu testen sowie die Möglichkeit, den loveletter zu abonnieren.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Das Sexualleben birgt neben der Möglichkeit, schwanger zu werden, leider auch das Risiko, sich mit bestimmten Krankheiten anzustecken. Diese Krankheiten werden als sexuell übertragbare Krankheiten oder als Geschlechtskrankheiten bezeichnet. Die Ursache bilden Bakterien, Viren oder auch Pilze, die über Schleimhäute und Sexualschleimhäute übertragen werden.

Eine Infektion entsteht oft schon durch bloßen Hautkontakt im Genitalbereich – also auch ohne Geschlechtsverkehr! Ebenso werden über Speichel und andere Körperflüssigkeiten Bakterien, Viren und Pilze übertragen.

Sexuell übertragbare Krankheiten sind sehr ansteckend und können zu schweren Infektionen führen.
Das HIV-Virus ist ein Beispiel für eine tödlich verlaufende Infektion.
Aber auch eine Hepatitis B - Infektion kann chronisch verlaufen und zum Tode führen.

Nur das Kondom schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Für zuverlässigen Schutz ist der konsequente und sachgerechte Gebrauch des Kondoms absolut unerlässlich
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Infos zu sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Genitalherpes, Chlamydieninfektion , HPV und anderen Infektionen finden Sie hier.

Verhütung

Schwangerschaftsverhütung oder Empfängnisverhütung ist die Planung oder Beeinflussung der Geburtenkontrolle.
Eine gelebte Sexualität kann immer zu einer Schwangerschaft führen.
Heute gibt es unterschiedliche und meist recht zuverlässige Methoden, eine Schwangerschaft zu verhindern.

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Methoden der regelmäßigen Empfängnisverhütung und denen der Notfallverhütung.
Die Methoden der regelmäßigen Empfängnisverhütung verhindern den Eisprung, die Befruchtung oder das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Bei der Notfallverhütung („Pille danach“ „Pille im Notfall“ oder „Spirale danach“) wird nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung dieser unterdrückt oder verzögert. Bei Geschlechtsverkehr zum Zeitpunkt des Eisprungs ist die Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung am höchsten.
Hat sich die Eizelle bereits in die Gebärmutter eingenistet, wirkt die "Pille danach" nicht mehr. Wenn die Frau bereits schwanger ist, führt sie daher nicht zum Abbruch der Schwangerschaft.
Die "Pille danach" wirkt umso sicherer, je eher sie eingenommen wird. Bei frühzeitiger Einnahme gilt die „Pille danach“ als relativ sicher.

Die Notfallverhütungsmethoden sollten tatsächlich nur in einem Notfall angewendet werden – sie eignen sich keinesfalls für eine regelmäßige oder zu häufig angewandte Verhütungsform.


Wahl des Verhütungsmittels

Die Wahl des Verhütungsmittels sollte immer frühzeitig besprochen bzw. abgeklärt werden, das heißt vor dem Geschlechtsverkehr. Da es für den Mann außer dem Kondom oder der Vasektomie (Sterilisation des Mannes) kein Verhütungsmittel gibt, das er aktiv und eigenverantwortlich einsetzen kann, entsteht irrtümlicherweise oft der Eindruck, dass das Thema Verhütung Frauensache ist.

Bei der Empfängnisverhütung geht es um eine große Verantwortung, deshalb sollten Sie auch überlegen, ob Sie sich alleine dieser Verantwortung stellen oder ob Ihr Partner ebenfalls Verantwortung übernimmt, indem er sich Gedanken über die Wahl des Verhütungsmittels macht und/oder die Kosten trägt.

Die Verantwortung tragen beide

Sollten Sie sich für eine Methode entscheiden, die ausschließlich von Ihnen angewandt wird, wäre ein Gespräch mit Ihrem Partner über die Verantwortung, die Sie übernehmen und über die Möglichkeit, dass trotzdem eine Schwangerschaft eintreten kann, sicher hilfreich. Keine Verhütungsmethode bietet einen 100%-igen Schutz. Selbst bei konsequenter und fachgerechter Anwendung kann es zu einer Schwangerschaft kommen.

Welche Verhütungsmethode für Sie die Richtige ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Zunächst einmal sollten Sie sich darüber klar sein, ob Sie eine reine Empfängnisverhütungsmethode (z.B. für Frauen in fester Partnerschaft) nutzen möchten oder zusätzlich einen Schutz vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten brauchen (z.B. für Menschen mit wechselnden Geschlechtspartnern).

Die Wahl des für Sie passenden Verhütungsmittels sollte sich richten nach

  •  Ihrem Lebensalter
  •  Ihrer aktuellen Lebenssituation
  •  Ihrer gesundheitlichen Verfassung und
  •  Ihrer Persönlichkeit ebenso wie
  •  dem Bedürfnis nach Spontanität beim Sex und
  •  der Zufriedenheit mit der Anwendung

Da sich die Lebenssituation und die Bedürfnisse und Wünsche im Laufe des Lebens meist verändern, wechseln viele Menschen auch die Verhütungsmethode. Oft ist die Familienplanung ausschlaggebend. Paare mit abgeschlossener Familienplanung verhüten anders als diejenigen, die in (naher) Zukunft Kinder bekommen möchten.

Da es bei einem Wechsel der Verhütungsmethode vermehrt zu ungeplanten Schwangerschaften kommt, sollte die Wahl eines neuen Verhütungsmittels wohlüberlegt sein und die Umstellung sorgfältig und achtsam durchgeführt werden.

Notfallverhütung

Nicht selten führen „Verhütungspannen“, d.h. eine nicht korrekte oder unregelmäßige Anwendung der Verhütungsmittel, zu einer Schwangerschaft.
Als Notfallmaßnahme kann dann die sogenannte „Pille danach“ eingenommen oder die „Spirale danach“ eingesetzt werden.

Die "Pille danach"

Sicherheit und Anwendung

Die in der „Pille danach“ enthaltenen Wirkstoffe unterdrücken oder verzögern den Eisprung. Sie verhindern eine Befruchtung, wenn der Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung stattgefunden hat. Die „Pille danach“ kann bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Sie wirkt umso sicherer, je eher sie eingenommen wird. Bei frühzeitiger Einnahme gilt die „Pille danach“ als relativ sicher.

Hat sich die Eizelle bereits in die Gebärmutter eingenistet, wirkt die "Pille danach" nicht mehr. Wenn die Frau bereits schwanger ist, führt sie daher nicht zum Abbruch der Schwangerschaft. Die „Pille danach“ sollte während eines Zyklus nur einmal angewendet werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr nach der Einnahme ist also unbedingt zu vermeiden.
Sollte spätestens drei Wochen nach der Einnahme keine Blutung erfolgt sein, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Informationen zu Schwangerschaftstests erhalten Sie hier:
 

Wo kommt man die „Pille danach“?

Die Pille danach ist ohne Rezept in den Apotheken erhältlich. Dort erhalten Sie auch eine Beratung sowie Informationen rund um die „Pille danach“. In der Nacht sowie an den Wochenenden stehen örtliche Notdienste der Apotheken zur Verfügung.
Apotheken in Ihrer Nähe finden Sie hier:

Apothekennotdienst und Nachtdienst in Ihrer Nähe finden Sie hier:

Auskunft geben auch Schaufensteraushänge in jeder Apotheke.

Vorteil

Die Einnahme der „Pille danach“ ist eine relativ unkomplizierte Methode, nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft zu vermeiden. Sie eignet sich auch für junge Frauen oder Mädchen.

Nachteil

Die „Pille danach“ ist ein Hormonpräparat und darf aufgrund der erhöhten Nebenwirkungen und des Eingriffs in den weiblichen Zyklus nicht als reguläres Verhütungsmittel eingesetzt werden. Zudem können Nebenwirkungen wie Blutungsstörungen, Übelkeit, Schmerzen im Unterbauch Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen auftreten. Frauen mit einem erhöhten Risiko für Eileiterentzündungen, Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften müssen mit ihrer Ärztin/Ihrem Arzt abklären, ob die „Pille danach“ für sie in Frage kommt.

Zu beachten bei Minderjährigen:

Wie bei der herkömmlichen Pille benötigen Mädchen unter 14 Jahren aus rechtlichen Gründen auch bei der „Pille danach“ die Zustimmung ihrer Eltern.  Bei Mädchen ab 14 Jahren liegt es im Ermessen der Ärztin oder des Arztes bzw. der Apothekerin oder des Apothekers, zu entscheiden, ob ein Mädchen in der Lage ist, die mit der Selbstmedikation verbundenen Entscheidungen und Konsequenzen selbst treffen zu können. Frauen unter 20 Jahren können die „Pille danach“ ohne Rezept in der Apotheke kaufen, bekommen dann jedoch die Kosten von der Krankenkasse nicht erstattet.

Kosten

Weitere Infos und Angaben zu den Kosten finden Sie hier.
 

 Die „Pille danach“ in der Stillzeit

Die in der „Pille danach“ enthaltenen Hormone Levonorgestrel beziehungsweise Ulipristal gehen in die Muttermilch über. Deshalb sollte vor der Einnahme noch einmal gestillt werden. Je nach Präparat sind zwingend längere Stillpausen erforderlich. Hierzu wird Sie die Ärztin oder der Arzt bzw. die Apothekerin oder der Apotherker umfassend beraten.

Die "Spirale danach"

Bis zu fünf Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr besteht die Möglichkeit, die Einnistung eines befruchteten Eis mithilfe einer Kupferspirale (die auch zur regelmäßigen Empfängnisverhütung benutzt wird) zu verhindern.

Sicherheit und Anwendung

Die „Spirale danach“ ist als Notfallverhütung nur dann sinnvoll, wenn die Frau weiterhin mit dieser Spirale verhüten möchte.
Die Hormonspirale eignet sich als Notfallmaßnahme nicht.

Wo bekommt man die "Spirale danach"

Die Spirale wird von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt eingelegt.

Vorteil

Da die Kupferspirale keine Hormone enthält, ruft sie weniger Nebenwirkungen hervor als die „Pille danach“ und kann auch in der Stillzeit problemlos angewendet werden. Sie eignet sich als Notfallverhütung bis zum fünften Tag nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Nachteil

Die „Spirale danach“ wirkt nur dann zuverlässig, wenn sie bis zur nächsten Regelblutung liegen bleibt.
Für Frauen, die noch keine Kinder geboren haben oder die Spirale nicht für einen Zeitraum von ca. 3-5 Jahren liegen lassen möchten, ist diese Methode eher nicht geeignet.

Die „Spirale danach“ in der Stillzeit

Die „Spirale danach“ eignet sich als Notfallmaßnahme und auch als reguläres Verhütungsmittel auch während der Stillzeit, da sie keine Hormone enthält, die in die Muttermilch übergehen könnten.

Kosten

Weitere Infos und Angaben zu den Kosten finden Sie hier.