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Sport während der Schwangerschaft?
22.04.2026
Sport ist in der Schwangerschaft nicht nur grundsätzlich erlaubt, sondern auch gut für die Gesundheit von Mutter und Kind. Regelmäßige Bewegung, vor allem an der frischen Luft, stärkt das Wohlbefinden, senkt das Risiko für Komplikationen und bereitet den Körper optimal auf die Zeit nach der Geburt vor. Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) gibt praktische Tipps für Bewegung an der frischen Luft, erklärt, auf welche Warnsignale Schwangere achten können und wann sie besser auf Sport verzichten sollten.
Laut BVF zeigen Studien, dass Bewegung in der Schwangerschaft die Durchblutung der Plazenta verbessert und dadurch die Herzkreislauffunktion des Babys positiv beeinflussen kann. Sportlich aktive Schwangere haben außerdem ein geringeres Risiko, ein zu schweres Baby oder ein Frühgeborenes zur Welt zu bringen. Darüber hinaus deuten Studien auf eine höhere Schmerztoleranz bei der Geburt, eine geringere Kaiserschnittrate sowie eine kürzere Erholungsphase nach der Geburt hin.
Tipps vom BVF:
- Ideale Sportarten in der Schwangerschaft sind gelenkschonende Bewegungsformen: Spazierengehen, Schwimmen, Aquafitness, Radfahren auf ebenem Gelände sowie sanftes Yoga oder Pilates.
- Zeitliche Empfehlungen für die Bewegung in der Schwangerschaft lauten: mindestens 30 Minuten an mindestens fünf Tagen pro Woche, also 150 Minuten moderat-intensive Aktivität pro Woche. Dazu zählt jede Bewegung in Freizeit, Sport und Alltag, bei der man sich anstrengt.
- Art und Intensität der Bewegung: Im ersten Trimester ist – abgesehen von Extrem- und Kampfsport – nahezu jede Sportart möglich. Ab dem zweiten Trimester sollte die Rückenlage beim Training vermieden werden, da in dieser Position das Gewicht der Gebärmutter auf Hohlvene und Aorta drücken kann. Dadurch können vorübergehend Kreislaufprobleme ausgelöst werden. Bis zur Geburt bleibt Bewegung bei unkompliziertem Verlauf möglich und empfehlenswert. Im dritten Trimester sollte die Intensität reduziert werden. Schwangere können den Fokus dann mehr auf Atemtechnik, Haltung, Mobilität und gezieltes Beckenbodentraining legen.
- Nicht empfehlenswerte Sportarten: Aktivitäten mit erhöhtem Sturz- oder Verletzungsrisiko – darunter Reiten, Ski- und Snowboardfahren – sowie Kontaktsportarten mit möglichen Stößen gegen den Bauch, etwa Fußball oder Kampfsport, sind in der Schwangerschaft zu vermeiden. Auch schweres Krafttraining mit Pressatmung sowie schnelle, ruckartige Bewegungen und ungewohnte Sportarten mit neuen Bewegungsabläufen sollten ebenfalls während der Schwangerschaft nicht ausgeführt werden.
- Talk-Test: Ob die Belastung in Ordnung ist, lässt sich mit dem sogenannten Talk-Test überprüfen. Danach liegt die Intensität im richtigen Bereich, wenn während der Aktivität eine normale Unterhaltung möglich ist. Wird das Sprechen schwer oder unmöglich, sollte die Schwangere die Intensität reduzieren.
- Warnsignale: Bei folgenden Warnsignalen sollten Schwangere den Sport sofort beenden und frauenärztlich abklären lassen: vaginale Blutungen, Wehentätigkeit, Verlust von Fruchtwasser, Atemnot, Schwindel, Kopfschmerzen, Brustschmerzen, muskuläre Dysbalancen sowie Unterschenkelschmerzen und -schwellungen.
- Ärztliche Beratung: Schwangere mit Vorerkrankungen, einem komplizierten Schwangerschaftsverlauf oder Mehrlingsschwangerschaften sollten vor dem Einstieg ins Training unbedingt frauenärztlichen Rat einholen. Gleiches gilt nach einer Frühgeburt, bei Plazenta-Komplikationen, unkontrolliertem Bluthochdruck, schwerer Anämie oder bekannten Herzerkrankungen. Auch wer bisher sehr wenig aktiv war und ein intensiveres Programm beginnen möchte, profitiert von einer frauenärztlichen Rücksprache.
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Hier gibt es mehr Infos
Zur Pressemeldung des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF)
