Sie sind hier: Start / Schwangerenberatung / Themen / Weitere Themen / Taufe
Schrift:

Taufe

Von Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-MailChristiane Dehne

1 Taufe in den christlichen Konfessionen

Gott liebt alle Kinder – egal, ob sie getauft sind oder nicht.
Mit der Taufe stellen Christen das Neugeborene jedoch unter den besonderen Segen Gottes.

1.1 Sakrament der Taufe

Durch das Sakrament der Taufe wird das Kind in die christliche Gemeinschaft aufgenommen.
Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession. Eine ökumenische Taufe gibt es daher nicht.

1.2 Taufpaten

Der Taufpate (möglich sind auch zwei Patinnen oder Paten) übernimmt die Aufgabe mitzuhelfen, dass das Kind den christlichen Glauben kennenlernt und christlich erzogen wird.
Nach dem katholischen Ritus muss der Pate römisch-katholisch sein. Ein evangelischer Pate kann für das Patenamt zugelassen werden, wenn zugleich auch ein römisch-katholischer Pate bestellt ist.
Das Patenamt endet in der evangelischen Kirche formal nach der Konfirmation, in der katholischen Kirche bleibt es ein Leben lang bestehen.

Nach oben

1.3 Vorbereitung

Wenn Sie eine Tauffeier für Ihr Baby planen, sprechen Sie doch als Erstes im Pfarrbüro Ihrer Pfarrgemeinde vor. Dort wird Sie Ihr Pfarrer/Ihre Pfarrerin (Diakon/Diakonin) in einem "Taufgespräch" über Grundsätzliches und regionale Besonderheiten informieren. An Unterlagen sollten Sie eine Geburtsbescheinigung und das Stammbuch zum Gespräch mitbringen. Auch der oder die Taufpaten sollte(n) bereits feststehen. Für evangelische Christen gehört ein geeigneter Bibelspruch zur Tauffeier.
Die mit dem Namen des Kindes, dem Taufdatum und christlichen Symbolen verzierte Taufkerze wird zur Tauffeier mitgenommen. Sie wird an der Osterkerze in der Kirche entzündet.

1.4 Ablauf der Tauffeier

Der Ablauf ist durch eine vorgegebene Ordnung bestimmt, lässt jedoch genügend Raum, die Tauffeier mit Musik und Liedern, Fürbitten und symbolischen Handlungen mitzugestalten.

Die Tauffeier beginnt mit der Eröffnung am Eingang der Kirche. Der Priester oder Diakon begrüßt die Eltern und Paten und richtet bestimmte Fragen an sie. Mit dem Einzug in die Kirche und der Begrüßung der Anwesenden schließt der Wortgottesdienst mit Lesung, Ansprache und dem Gebet für das Kind mit Handauflegung an. Als Vorbereitung zur Taufe erfolgt die Segnung des Wassers als Zeichen des Lebens, das Stellen von Glaubensfragen an Eltern und Paten und dem Beten des Glaubensbekenntnisses.
Daran schließt sich die Tauffeier mit dem Übergießen des Kopfes mit Wasser, der Salbung mit Chrisam und Lobpreis Gottes, dem Entzünden und Überreichen der Taufkerze und dem Anlegen des Taufkleides an, dem der Effata-Ritus ( -öffne dich-  hierbei berührt der Zelebrant Ohren und Mund des Täuflings) folgt.
Die Tauffeier endet mit dem Gebet des Herrn (Vater unser) und dem Segen an die Gemeinde.


Die Taufkerze wird während der Tauffeier an der Osterkerze entzündet. Ihr Licht soll Symbol für die Beziehung zu Gott und den Menschen sein. Der Täufling bekommt die Taufkerze mit nach Hause und sie dient als Erinnerung an seine Taufe. Zu besonderen Anlässen (z. B. Kinderkommunion) wird sie entzündet. Für den Täufling können Sie eine Taufkerze in speziellen Geschäften, zum Teil auch im Pfarrbüro, erwerben oder auch selbst gestalten.

Das weiße Taufkleid gilt als Sinnbild für den Beginn eines neuen Lebens. Die Farbe Weiß symbolisiert u.a. das Gewand Jesu am Tage seiner Verklärung, sowie die Farbe der Auferstehung. In vielen Familien wird das Taufkleid von Generationen zu Generationen vererbt.

Zu den gängigen Taufgeschenken zählen Taufkreuze oder Kinderkreuze, aber auch Bücher, Schutzengel und Gebetswürfel und eine Vielzahl an weiteren Geschenkideen.

Nach oben

2 Riten in anderen Religionen

Im Islam, dem Judentum, dem Hinduismus oder Buddhismus gibt es keine Taufe im christlichen Sinne oder einen vergleichbaren Ritus.

2.1 Der Islam

Der Islam kennt keine Taufe. Jeder Mensch wird – nach islamischer Vorstellung – als Muslim geboren im Zustand der Reinheit und ohne Sünde.

Jede Lebensstufe eines Muslims wird von speziellen Gebeten und Zeremonien begleitet. Als Zeichen dafür, dass die ganze Welt das Werk Gottes ist und von seinem alleinigen Willen abhängt, wird schon dem Neugeborenen der erste Teil des islamischen Gebetsrufes (Allahu akbar = Gott ist gross) jeweils viermal in das rechte Ohr geflüstert. Das Glaubensbekenntnis, worin bezeugt wird, dass es keinen Gott außer Allah gibt und Muhammad sein Gesandter ist, wird in das linke Ohr geflüstert.

Das Gebet gehört neben dem Glaubensbekenntnis, der Pflichtabgabe, dem Fasten und der Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Grundpflichten des Islam. Mit Einsetzen der Pubertät, manchmal auch schon früher, beginnen Kinder mit dem fünfmaligen Gebet am Tag und dem Fasten.

Nach islamischer Tradition werden Kinder- je nach Land – zwischen dem 7. Tag nach der Geburt und dem 15. Lebensjahr beschnitten. Die Beschneidung symbolisiert die Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen.

Nach oben

2.2 Das Judentum

Auch das Judentum, die zahlenmäßig kleinste der Weltreligionen, vollzieht keine Taufe. Nach jüdischem Gesetz ist Jude, wer eine jüdische Mutter hat.

Wichtige Ereignisse im Leben eines Juden - Geburt, Mündigwerden, Hochzeit oder Tod - sind im Leben der Juden mit besonderen religiösen Feiern verbunden. „Wie junge Ölbäume sind deine Kinder rings um deinen Tisch“ heißt es in Psalm 128. Die Freude an Kindern ist in der jüdischen Gemeinschaft sprichwörtlich. Die Söhne schließen die Ahnenreihe zu den Stammvätern.

Die Söhne werden am achten Tag nach der Geburt beschnitten. Bei der Beschneidung wird die Vorhaut des männlichen Gliedes entfernt. Sie tragen damit das Zeichen des Bundes zwischen Gott und dem jüdischen Volk an ihrem Körper. Im Rahmen dieser Zeremonie bekommen die Buben auch ihren Namen. Mädchen erhalten ihn am Schabbat nach der Geburt in der Synagoge.

Mit 13 Jahren gelten die Buben für alt genug, religiöse Verantwortung zu übernehmen. Bei einer Feier in der Synagoge wird der Junge Bar-Mizwa (hebr. "Sohn der Pflicht"). Er liest aus der Thora, dem heiligen Buch, vor und fungiert als Vorbeter der Gemeinde. Das Reformjudentum kennt für die Mädchen eine ähnliche Feier, die Bat-Mitzwa, wo sie "Tochter der Pflicht" werden.

Nach oben

2.3 Der Hinduismus

Die Geburtsstätte des Hinduismus,  eine der ältesten und vielfältigsten Religionen der Welt, ist Indien. Hindus glauben, die Seele werde nach dem Tod in einem anderen Körper wiedergeboren, als Mensch oder Tier. Hindu kann man nur durch Geburt werden. Im späteren Leben können Einzelpersonen nicht mehr dem Hinduismus beitreten. Ein Hindu wird durch die Geburt in einer bestimmten Kaste (die Zugehörigkeit zu seiner Kaste bestimmt, welchen Beruf er ausüben darf und wie angesehen er ist) geboren. Man kann weder in eine Kaste ein- oder austreten, noch die Kaste wechseln.

Im Hinduismus gibt es eine Vielzahl von Festen, z. B. zu den Geburtstagen der Götter und Göttinnen, zur Erntezeit und zu Familienereignissen.

Bereits die Schwangerschaft ist begleitet von sakramentalen Riten zum Schutz und zu körperlichem und geistigem Wohlergehen von Mutter und Kind. Früher sollten Frauen möglichst viele Söhne bekommen, da diese die Sicherheit und das Überleben der gesamten Familie garantieren konnten. Obwohl Töchter generell nicht geringer geschätzt werden, gelten sie doch in manchen Familien als Belastung, da viele Mitgiftzahlungen für die Töchter die Familie verarmen lassen können. Viele modere Hindus nehmen zunehmend Abstand von dieser Haltung.

Anlässlich der Geburt eines Kindes findet zehn Tage später die Namensgebungszeremonie statt. Hierbei erstellt ein Priester das Horoskop des Kindes. Es dient später dazu, den passenden Ehepartner zu finden und einen günstigen Hochzeitstag festzusetzen.

Nach oben

2.4 Buddhismus

Der Buddhismus wendet sich an alle suchenden Menschen, unabhängig von Nationalität, sozialer Herkunft oder Geschlecht. Die buddhistische Lehre weist Wege aus Leid und Unvollkommenheit zu Harmonie und Glück. Die sogenannten vier edlen Wahrheiten bilden ihren Kern. Die wesentlichen Merkmale und Übungen dieses spirituellen Weges sind ethisches Verhalten, Meditation und tiefe Einsicht. Dabei stellt die Lehre des Buddha den Menschen immer in seine eigene Verantwortung. Sie zeichnet sich zudem durch Toleranz und Dialogbereitschaft, Dogmenfreiheit und Gewaltlosigkeit aus. Einen Anspruch auf alleingültige Wahrheiten erhebt sie nicht.
Heute ist der Buddhismus vor allem in den Ländern Asiens lebendig, findet aber zunehmend in westlichen Ländern Anklang.

2.5 Weitere Riten anlässlich der Geburt eines Menschen

Zu weiteren Riten, die anlässlich der Geburt eines Menschen stattfinden, zählen das Pflanzen eines Baumes oder das Schenken eines Geldstückes, was sich bis heute im Anlegen von Sparbüchern bei der Geburt erhalten hat.
Bei manchen Völkern finden begleitende Zeremonien statt, die den als unrein geltenden Zustand einer Wöchnerin beenden.

Nach oben

3 Weitere Informationen

Tauffeier  katholisch

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterErzbistum München und Freising
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBistum Würzburg

 Tauffeier evangelisch
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEvangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEvangelisch - das ganze Leben (ein Projekt evangelischer Kirchen)
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterE wie Evangelisch - Drei Mal fließt Wasser
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster(pdf) Die Taufe - Eine Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis der Taufe in der evangelischen Kirche
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEvangelische Kirche in Deutschland (EKD)
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterWikipedia - Taufe

Andere Religionen

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterIslamischer Dachverband in Deutschland
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterZentrum für Muslime im Münchner Raum
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterJüdische Gemeinde Berlin
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterZentralrat der Juden in Deutschland
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterVerzeichnis jüdischer Gemeinden in Bayern
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterInformationsplattform des religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes e.V.
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterDeutsche Buddhistische Union (DBU) Allgemeine Auskunfts- und Kontaktadresse für den Buddhismus im deutschsprachigen Raum
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterInternationales Netzwerk engagierter Buddhisten
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterPrivate Seite einer Religionswissenschaftlerin

Sonstiges

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterTaufgeschenke (private Seite)
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterTaufe-Texte (private Seite)
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterTaufoase (private Seite)
Informationen über Familien- und Vornamen finden Sie in unserem Beitrag zum Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNamensrecht

Nach oben

 
 

Kein Internetangebot kann eine individuelle Beratung ersetzen. Vermeiden Sie, aus Unkenntnis Sozialleistungen nicht zu beantragen oder Entscheidungen mit negativen Auswirkungen zu treffen. Lassen Sie sich beraten! Eine Beratungsstelle finden Sie in Ihrer Nähe.

 del.icio.us Mister Wong google.com hype it! addthis.com
Letzte Aenderung: 21.07.2009