Inhalt dieser Seite
Aktuelles zum Thema
Familienpatinnen und -paten - mit Unterstützung den Alltag meistern
Wenn Eltern wünschen, dass man Ihnen im Alltag mit Rat und Tat zur Seite steht – dann können sie...
Mütterzentren / Familienzentren
1 Einleitung
Mütterzentren haben inzwischen eine lange Tradition. Die ersten wurden bereits 1981 als Modellprojekte gegründet. Das Konzept ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts des Deutschen Jugendinstituts. Damals ging es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Müttern mit ihren Kindern Möglichkeiten eröffnen, ihren Alltag zu entlasten.
2 Familienselbsthilfe und Eltern-/Familienbildung
Inzwischen gilt das "Mütter-" oder "Familienzentrum" als ein beispielhaftes Modell der Familienselbsthilfe sowie der Eltern- und Familienbildung. Die Zentren haben übertragbare Ansätze für viele Bereiche des sozialen Lebens in der Gesellschaft erarbeitet. Derzeit gibt es in Bayern über 110 Mütter- und Familienzentren; deutschlandweit sind es etwa 450. Obwohl jedes ganz individuell ist, bilden folgende konzeptionelle Schwerpunkte die Basis aller Mütter- bzw. Familienzentren:
- Mütter sind Praxisexpertinnen,
- niederschwelliger Zugang, das heißt, Mütter/Väter können jederzeit unverbindlich reinschnuppern,
- es gilt das Selbsthilfeprinzip, der größte Teil der anfallenden Arbeit wird ehrenamtlich geleistet,
- die Kinder sind immer dabei.
3 Offene Treffpunkte
Mütterzentren sind offene Treffpunkte für Mütter und Väter. Sie werden von Müttern und Vätern selbst gestaltet und verwaltet. Charakteristisch für die Mütter- und Familienzentren ist der Kompetenzansatz, der Menschen nicht über ihre Defizite, sondern über Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten definiert. Jede Mutter bzw. jeder Vater kann sich in einem MÜZE so einbringen, wie sie/er will. Es gilt das Prinzip: "Jede Mutter, jeder Vater kann etwas, das in das Mütterzentrum eingebracht werden kann und darf - aber nicht muss".
4 Vielfältige Angebote
Obwohl jedes Zentrum einzigartig ist, arbeiten alle nach dem gleichen Grundkonzept: Herzstück ist das offene Café/der offene Treff. Hier können sich Mütter und Väter spontan und formlos treffen, Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig unterstützen, Neues lernen und eigenes Können weitergeben oder einfach nur gemütlich beisammen sitzen – während ihre Kinder betreut werden. Eltern finden so Entlastung und Ermutigung, kommen mit anderen Müttern und Vätern in Austausch und erhalten gegebenenfalls Anregungen für den Umgang mit Problemen im Alltag. Mit ihren niedrigschwelligen Angeboten sind die Mütter- und Familienzentren die ideale erste Anlaufstelle für Eltern in der neuen Lebenssituation mit Kindern.
Mütter- und Familienzentren setzen sich für verbesserte Lebensbedingungen bzw. mehr Lebensqualität für Familien ein. Sie haben sich als Anlaufstellen bei Krisen und Konflikten bewährt. Als Praxisexpertinnen können Mütter Probleme auffangen und entschärfen helfen oder Eltern an Fachstellen weiterleiten.
5 Alle sind willkommen
Mütter- und Familienzentren sind bewusst für alle Familien da: Migrationsarbeit und die Beteiligung von Migrantinnen und Migranten sind daher selbstverständlich. Schon lange leben die Zentren eine kulturelle Vielfalt, viele haben sich explizit interkulturell geöffnet. Wo immer das gefragt und von den Räumlichkeiten her möglich ist, arbeiten Mütter- und Familienzentren heute auch generationenübergreifend. Einige haben sich gezielt zu Mehrgenerationenhäusern entwickelt. Hier sind rund um das Thema Familie vielfältige Angebote für bzw. durch alte wie junge Menschen möglich.
Mütter- und Familienzentren mischen sich gesellschaftlich und politisch ein. Mit ihrer Hilfe lassen sich aktuelle Bedürfnisse von Familien schnell erkennen und entsprechende Angebote zeitnah entwickeln.




