Schwangerschaftsverlauf
Von
Gabi Quotschalla
1 Dauer und Verlauf der Schwangerschaft
Der Verlauf einer Schwangerschaft wird in drei Entwicklungsstadien eingeteilt:
- 1. Trimenon (01. - 13. Woche)
- 2. Trimenon (14. - 26. Woche)
- 3. Trimenon (27. - 40. Woche)
1.1 Erstes Trimenon
Hier stellt sich der Organismus auf die Schwangerschaft ein, morgendliche Übelkeit kann auftreten, die Empfindlichkeit der Brust kann zunehmen. Der dritte Monat ist von einem zunehmenden Appetit mit erhöhtem Speichelfluss gekennzeichnet. Anhaltende Verstopfungen und gelegentlich auftretende Kopfschmerzen mit Schwindelgefühl stellen manchmal eine Belastung für die Schwangere dar.
1.2 Zweites Trimenon
In diesem Zeitraum lässt die Übelkeit, sofern sie da war, in der Regel nach. Das Wachstum der Brüste nimmt weiter zu, auch kommt es zu einer leichten Schwellung der Arme und Beine. Zum Ende des vierten Monats hin können manche Frauen die ersten Kindsbewegungen spüren.
Ab dem fünften Monat macht sich ein verstärkter weißer, vaginaler Ausfluss (Leukokorese) bemerkbar. Schwindel und selten Ohnmachtsanfälle, einhergehend mit gesteigerter Müdigkeit und Veränderungen der Sehschärfe können auftreten. Die Dehnung der Mutterbänder um den Uterus, sowie Rückenschmerzen und selten auftretende Krämpfe in den Beinen sind Zeichen eines zunehmenden Größenwachstums der Gebärmutter.
1.3 Drittes Trimenon
Das zunehmende Gewicht kann im letzten Trimenon Rücken- und Fußschmerzen verursachen. Der sich ausbreitende Uterus drückt auf die Verdauungsorgane und die Lunge, die Folge ist Kurzatmigkeit der Schwangeren und die Gefahr von Hämorrhoiden. Der Ausfluss aus den Brüsten (Kolostrum) kann einsetzen. Eine weitere Ultraschallkontrolle schließt sich an. Der Fötus hat sein Gewicht verdoppelt und wiegt dann um ein Kilogramm und misst 34 Zentimeter. Mit etwa 28 Wochen ist er als Frühgeburt lebensfähig, da die Lungen und das Zentralnervensystem genügend ausgebildet sind.
Spätestens im achten Monat beginnt die Geburtsvorbereitung. In speziellen Kursen bereiten sich Schwangere und ihre Partner auf die Geburt vor.
Die verstärkte Kurzatmigkeit wird erst nach dem Auftreten der Senkwehen (2-4 Wochen vor der Geburt) besser. Auf dem juckenden Bauch steht der Nabel deutlich hervor. Es können schmerzlose Kontraktionen des Bauches auftreten. Dieser wird für eine Minute hart und entspannt sich dann wieder.
Im neunten Monat verändern sich die Kindsbewegungen, welches sich aufgrund des geringen Platzes nun mehr dreht als tritt. Einige Tage vor der Geburt tritt das so genannte "Zeichnen" als Folge des sich lösenden Muttermundes auf, der Ausfluss ist leicht blutig. Der Blasensprung, also das Platzen der Fruchtblase, ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass die Geburt innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden wird. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Klinik aufzusuchen oder die Hebamme anzurufen. Mit Einsetzen der richtigen Wehen (rhythmische Kontraktionen der Gebärmutter) wird der Geburtsvorgang eingeleitet.
2 Vorsorge
Ist eine Schwangerschaft durch einen Arzt festgestellt worden, wird ein
Mutterpass erstellt.
Während einer Schwangerschaft, die bei normalem Verlauf 40 Wochen andauert, sollte jede Frau alle vier Wochen zur Vorsorgeuntersuchung.
Erstuntersuchung
Bei einer Tast-Untersuchung kann die ungefähre zeitgerechte Größe der Gebärmutter bzw. bei einer Ultraschalluntersuchung zusätzlich auch die des Embryos bestimmt werden. Auch wird das Becken untersucht, um festzustellen, ob das Becken weit genug für eine natürliche Geburt sein kann. Die Körpergröße ist dafür auch ein Anhaltspunkt. Hände und Beine werden auf Krampfadern oder Wassereinlagerungen kontrolliert.
Ebenfalls werden Herz und Lungen untersucht, um sich ein Bild vom allgemeinen Gesundheitszustand der schwangeren Frau zu machen. Im weiteren wird das Gewicht ermittelt, denn dieses kann zusammen mit den Ergebnissen anderer Untersuchungen auf mögliche Komplikationen hinweisen. Das Gewicht am Anfang der Schwangerschaft spiegelt den Ernährungszustand vor der Schwangerschaft wider. Das Körpergewicht muss jedoch heutzutage nicht zu streng beobachtet werden.
Ebenfalls überprüft wird der Blutdruck. Dieser muss von der ersten Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung an bis zum Ende der Schwangerschaft regelmäßig gemessen werden. Es ist normal, dass der Blutdruck in der Mitte der Schwangerschaft abfällt und später wieder ansteigt.
Vom Gebärmuttermund wird ein Krebsvorsorgeabstrich entnommen, außerdem wird das Scheidensekret auf eine Infektion hin kontrolliert.
Anschließende Vorsorgeuntersuchungen
Hier wird routinemäßig Gewicht, Blutdruck, der Fundusstand (Oberkante der Gebärmutter), eine Urinprobe, die Lage des Kindes und die kindliche Herzaktion kontrolliert. Meist wird auch eine interne Untersuchung durchgeführt, um den Muttermund und die Größe der Gebärmutter zu beurteilen.
Mutterschafts-Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung.
IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen)
Zunehmend werden Schwangeren Untersuchungen angeboten, welche nicht in den Mutterschafts-Richtlinien enthalten sind und daher von den gesetzlichen Krankenkassen nur in begründeten Einzelfällen übernommen werden.
Hierbei sind die Ärzte nicht an die Berechnung der einfachen Gebührensätze der Gebührenordnung für Ärzte gebunden, sondern dürfen für eine Leistung den 2,3fachen oder sogar den 3,5fachen Höchstsatz berechnen.
Für manche Schwangere stellt sich die Frage, inwieweit solche Untersuchungen (z.B. zusätzliche Ultraschalluntersuchungen) sinnvoll oder gar notwendig sind.
Der Frauenarzt und Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V., Dr. Christian Albring, äußerte sich im März 2006 in einem Interview folgendermaßen:
"Mit den im Mutterpass aufgeführten Untersuchungen ist eine werdende Mutter rundum gut versorgt. Nur bei außerordentlichen medizinischen Verdachtsmomenten kann die eine oder andere zusätzliche Vorsorgeuntersuchung sinnvoll sein."
Ein aktuelles Vorhaben der Frauenärzte ist die Aufnahme des Tests zur Schwangerendiabetes sowie eine Toxoplasmoseuntersuchung in die Mutterschafts-Richtlinien.
Interview
Weitere Entscheidungshilfe:
Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF e.V.)
2.1 Erstuntersuchung
Bei einer Tast-Untersuchung kann die ungefähre zeitgerechte Größe der Gebärmutter bzw. bei einer Ultraschalluntersuchung zusätzlich auch die des Embryos bestimmt werden. Auch wird das Becken untersucht, um festzustellen, ob das Becken weit genug für eine natürliche Geburt sein kann. Die Körpergröße ist dafür auch ein Anhaltspunkt. Hände und Beine werden auf Krampfadern oder Wassereinlagerungen kontrolliert.
Ebenfalls werden Herz und Lungen untersucht, um sich ein Bild vom allgemeinen Gesundheitszustand der schwangeren Frau zu machen. Im weiteren wird das Gewicht ermittelt, denn dieses kann zusammen mit den Ergebnissen anderer Untersuchungen auf mögliche Komplikationen hinweisen. Das Gewicht am Anfang der Schwangerschaft spiegelt den Ernährungszustand vor der Schwangerschaft wider. Das Körpergewicht muss jedoch heutzutage nicht zu streng beobachtet werden.
Ebenfalls überprüft wird der Blutdruck. Dieser muss von der ersten Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung an bis zum Ende der Schwangerschaft regelmäßig gemessen werden. Es ist normal, dass der Blutdruck in der Mitte der Schwangerschaft abfällt und später wieder ansteigt.
Vom Gebärmuttermund wird ein Krebsvorsorgeabstrich entnommen, außerdem wird das Scheidensekret auf eine Infektion hin kontrolliert.
2.2 Anschließende Vorsorgeuntersuchungen
Hier wird routinemäßig Gewicht, Blutdruck, der Fundusstand (Oberkante der Gebärmutter), eine Urinprobe, die Lage des Kindes und die kindliche Herzaktion kontrolliert. Meist wird auch eine interne Untersuchung durchgeführt, um den Muttermund und die Größe der Gebärmutter zu beurteilen.
Mutterschafts-Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung.
2.3 IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen)
Zunehmend werden Schwangeren Untersuchungen angeboten, welche nicht in den Mutterschafts-Richtlinien enthalten sind und daher von den gesetzlichen Krankenkassen nur in begründeten Einzelfällen übernommen werden.Hierbei sind die Ärzte nicht an die Berechnung der einfachen Gebührensätze der Gebührenordnung für Ärzte gebunden, sondern dürfen für eine Leistung den 2,3fachen oder sogar den 3,5fachen Höchstsatz berechnen.Für manche Schwangere stellt sich die Frage, inwieweit solche Untersuchungen (z.B. zusätzliche Ultraschalluntersuchungen) sinnvoll oder gar notwendig sind.Der Frauenarzt und Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V., Dr. Christian Albring, äußerte sich im März 2006 in einem Interview folgendermaßen:"Mit den im Mutterpass aufgeführten Untersuchungen ist eine werdende Mutter rundum gut versorgt. Nur bei außerordentlichen medizinischen Verdachtsmomenten kann die eine oder andere zusätzliche Vorsorgeuntersuchung sinnvoll sein."Ein aktuelles Vorhaben der Frauenärzte ist die Aufnahme des Tests zur Schwangerendiabetes sowie eine Toxoplasmoseuntersuchung in die Mutterschafts-Richtlinien.
Interview
Weitere Entscheidungshilfe:
Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF e.V.)
3 Möglichst vermeiden
Um einen normalen Schwangerschaftsverlauf nicht unnötig zu beeinträchtigen sollten Schwangere folgendes vermeiden:
- Rauchen
- Alkohol (mehr als ein gelegentliches Glas Wein).
- Drogen
- Rohes oder nicht genügend durchgebratenes Fleisch.
- Milchprodukte aus Rohmilch.
- Arzneimittel, die Ihnen vor der Schwangerschaft verschrieben wurden.
- Extreme körperliche Anstrengungen. Der Puls sollte nicht über 140 ansteigen und Sie sollten sich noch mit normaler Stimme unterhalten können.
- Kontakt zu Personen (vor allem Kindern) mit ansteckenden Krankheiten.
- Ausgiebiges Sonnenbaden. Der Blutdruck kann dabei gefährlich absinken.
- Zu hohe Absätze. Mit niedrigen oder halbhohen Absätzen haben Sie eine bessere Körperhaltung und vermeiden Rückenschmerzen und Wadenkrämpfe.
4 Bitte beachten
Das ist wichtig in der Schwangerschaft:
- Durchführung einer sorgfältigen zahnärztlichen Untersuchung.
- Mindestens einen Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen.
- Im ersten Trimenon sollte mit dem Frauenarzt geklärt werden, ob die Einnahme eines Folsäurepräparats erforderlich ist.
- Eine gesunde Ernährung, d. h. viel frisches Obst und Gemüse.
- Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren, da nur dann der Mutterschutz greifen kann.
- Anmeldung zu einem Geburtsvorbereitungskurs/ zur Schwangerschaftsgymnastik.
- Möglichst oft Ruhe- oder sogar Schlafpausen einlegen.
- Bequeme Kleidung tragen die nirgends einschnürt.
- Den Partner die Schwangerschaft mit allen Höhen und Tiefen miterleben lassen.
5 Alarmzeichen
Wann muss man sich an den Frauenarzt wenden?
- Grundsätzlich immer, wenn sich Schwangere krank fühlen; auf jeden Fall bei Fieber (über 38°C).
- Bei mehr als dreimaligem Erbrechen und wenn die Schwangere keine Nahrung mehr bei sich behalten kann.
- Bei allen Blutungen , ob Schmierblutungen oder starken, plötzlichen Blutungen.
- Bei plötzlichen und starken Schmerzen im gesamten Bauchbereich.
- Bei häufigem Harndrang und Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen.
- Wenn das Gesicht aufgedunsen wirkt und/oder an den Händen oder Unterschenkeln/Füßen Wassereinlagerungen (Ödeme) auftreten.
- Wenn bei normaler Flüssigkeitsaufnahme die Urinmenge deutlich abnimmt.
- Bei Kopfschmerzen, Schwindel und verschwommenem Sehen.
- Wenn das Baby sich weniger bewegt oder sich sogar einen ganzen Tag lang gar nicht bewegt
- Bei plötzlichem und schmerzlosem Abgang von Flüssigkeit aus der Scheide; in diesem Fall sollte die schwangere Frau ins Krankenhaus gefahren werden.
6 Weitere Informationen
Wikipedia - die freie Enzyklopädie (Ausführlicher Artikel zum Thema "Schwangerschaft")
Eltern.de - Schwangerschaftsverlauf/Entwicklungsschritte/Bilder
Schwanger und Kind.de - Schwangerschaftsverlauf
Schwanger-info.de
Treffpunkt Eltern
Geburtskanal
Adeba online - der große Ratgeber für (werdende) Eltern
Entwicklung frühgeborener Kinder
9-Monate.de - Entwicklungskalender mit 3-D-Bildern
Gyn.de Entwicklung des Embryo und des Fetus
Onmeda
Medhost - Schwangerschaftsportal



