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16.08.10 14:21

Sicherer Babyschlaf - Informationsfilme

Informationen über Ursachen und Präventionsmöglichkeiten des plötzlichen Kindstodes bietet die...

31.01.08 14:05

Wenn nicht jetzt - wann dann? - Raucherentwöhnung

"Jede Woche stirbt in Deutschland ein Kind, weil seine Eltern geraucht haben", so Dr. Martina...

Sicherer Babyschlaf

Von Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-MailJutta Höfer

Ein Alptraum für alle Eltern! Sie bringen Ihr Kind zu Bett und Stunden oder gar Minuten später sehen Sie nach dem Rechten und müssen feststellen, Ihr gesundes Kind ist plötzlich und völlig unerwartet gestorben.
Der plötzliche Säuglingstod (auch Krippentod, Plötzlicher Kindstod oder SIDS - Sudden Infant Death Syndrome genannt) ist der plötzliche und unerwartete Tod eines anscheinend gesunden Babys und ist eine der häufigsten Todesursachen von Babys im ersten Lebensjahr. Als Ursache wird vermutet, dass der Tod die Folge einer schlafbezogenen Atemstörung ist. Statistisch sind ca. 0,4 von 1000 Lebendgeborenen davon betroffen. In Deutschland waren dies 372 Kinder im Jahr 2003, 323 Kinder im Jahr 2004, 298 Kinder im Jahr 2005, 259 Kinder im Jahr 2006, 228 Kinder im Jahr 2007 und 215 Kinder im Jahr 2008. In Bayern starben am Plötzlichen Säuglingstod 2003 35 Kinder, 2004 29 Kinder, 2005 33 Kinder, 2006 28 Kinder, 2007 32 Kinder und 2008 29 Kinder. Gehäuft sterben Kinder im Alter zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat. Ca. 80 - 90% der Todesfälle sind überhaupt nicht oder teilweise nicht erklärbar. Nur für ca. 10 - 20% lässt sich eine hinreichende Vermutung anstellen.

1 Risikofaktoren für den plötzlichen Säuglingstod

Der plötzliche Säuglingstod ist unberechenbar - aber es gibt definierte Risikofaktoren.

Vor der Geburt

  • Frühgeborene
  • Kinder mit Geburtsgewicht unter 2000g
  • Kinder drogenabhängiger Mütter
  • Kinder mit sogenannten "anscheinend lebensbedrohlichen Ereignissen" (Atemstillstand, schlaffe Muskulatur, Blaufärbung/Blässe der Haut, verlangsamter Herzschlag)
  • Geschwister von an Plötzlichem Säuglingstod verstorbenen Kindern

Nach der Geburt

  • Schlafen in Bauchlage
  • Überwärmung des Kindes (Zimmertemperatur, Kleidung)
  • Rauchen der Mutter
  • Nichtstillen oder sehr frühes Abstillen

Auch wenn das Risiko durch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren erhöht ist, der Plötzliche Säuglingstod lässt sich für das einzelne Kind nicht voraussagen!

2 Vorbeugen

Babys wollen auf dem Rücken schlafen, eine rauchfreie Umgebung, in einem Schlafsack im eigenen Bettchen kuscheln, eine angenehme Temperatur beim Schlafen und möglichst lange (ca. sechs Monate) gestillt werden.

Durch diese Vorbeugemaßnahmen senken Sie beträchtlich die Gefahr, dass Ihr Baby am plötzlichen Säuglingstod stirbt!

  • Schlafen auf dem Rücken
    Am besten schläft das Baby auf einer festen Matratze, nicht in Bauch- oder Seitenlage, denn das Kind dreht sich zeitiger als Sie erwarten von der Seitenlage auf den Bauch. Kopfkissen haben im Bettchen nichts zu suchen!
  • Rauchfreie Umgebung
    Verzichten Sie auf das Rauchen schon während der Schwangerschaft und überzeugen Sie Ihre Familie und alle Bekannten, in der Gegenwart Ihres Babys nicht zu rauchen. Vermeiden Sie längere Aufenthalte in verrauchten Räumen. Neben der Rückenlage ist der Verzicht auf Rauchen die wichtigste Empfehlung!
  • Benutzung eines Schlafsackes
    Damit das Baby nicht unter die Bettdecke rutschen kann, sollten die Füßchen das Bettende berühren. Am günstigsten sind spezielle Baby-Schlafsäcke, die nicht über das Gesicht rutschen können. Ihr Kind soll nicht unter Decken, Kissen, Nestchen, Fellen oder Kuscheltieren ersticken können. Es möchte in Ihrer Nähe, aber im eigenen Bett schlafen.
  • Angenehme Temperatur beim Schlafen
    Um eine Überwärmung des Kindes zu vermeiden, darf es beim Schlafen nicht zu warm angezogen sein und keine Mütze tragen. Die Zimmertemperatur sollte - auch im Winter - nicht über ca. 18° C liegen. Wenn im Sommer keine 18° C erreicht werden, ist es nicht erforderlich, zu heizen! Sie erkennen, ob Ihr Baby ausreichend warm angezogen ist, wenn Sie es vorsichtig am Nacken oder zwischen den Schultern berühren. Die Haut soll warm sein, aber nicht schwitzen. Kalte Händchen sind kein Zeichen für zu wenig Wärme.
  • Stillen
    Damit sichern Sie Ihrem Baby die beste Ernährung für die ersten sechs Lebensmonate und können auch darüber hinaus Allergien und Infektionen vorbeugen. Verzichten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit auf jeglichen Alkoholgenuss. Dieser kann zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden Ihres Babys führen und das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes erhöhen.

Einflussfaktor "Schnuller" noch unklar
In den USA wird seit Oktober 2005 ein behutsamer, differenzierter Einsatz von Schnullern empfohlen. Amerikanische Studien hatten bei Kindern mit Schnuller beim Einschlafen ein geringeres SID-Risiko festgestellt (vermutlich: Senkung der Aufwachschwelle). Da jedoch in anderen Studien das SID-Risiko für Kinder, die nie einen Schnuller benutzt haben, nicht höher war als von Kindern, welche immer einen Schnuller verwendeten, verweist man in Europa darauf, dass die Datenlage hierzu noch zu gering ist, um den Schnullergebrauch in die Präventionsempfehlungen aufzunehmen. Manche formulieren es jedoch so: "Benutzt Ihr Kind einen Schnuller, so sollte es diesen immer beim Einschlafen bekommen".

3 Babys fühlen sich wohl

Babys fühlen sich wohl, wenn sie

  • die Nähe ihrer Eltern/Bezugspersonen spüren
  • viel Körperkontakt haben
  • Aufmerksamkeit und Fürsorge bekommen
  • vor Belastungen wie Lärm, schlechter Atemluft (z.B. Zigarettenrauch) geschützt sind
  • vor Stress (z.B. vor dem "allein gelassen werden" oder vor Unruhe in der Umgebung) bewahrt werden.

4 Verunsicherte Eltern

Betroffene Eltern müssen nicht nur bewältigen, dass sie ihr Kind verloren haben, sondern fragen sich häufig, ob sie das Risiko hätten erkennen können, ob sie zu wenig umsichtig waren. Nicht selten entwickeln sich Schuldgefühle. Hinzu kommt, dass die Umgebung verunsichert reagiert und die Eltern dies wiederum als Zweifel an ihrer Sorge um das Kind werten. Ferner ist der Wunsch nach einem weiteren Kind meist sehr angstbesetzt.
Und zu allen diesen Aspekten kommt hinzu, dass -aufgrund der ungeklärten Todesursache die Polizei meist Ermittlungen anstellen muss, was wiederum in der Umgebung der Eltern Befremden und Irritation auszulösen vermag. Fast immer steht auch die Frage nach einer Obduktion des Kindes im Raum (seitens der Staatsanwaltschaft angeordnet oder auf Wunsch der Eltern).
Unterstützung bei der Klärung dieser Fragen ist bei den Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBeratungsstellen vor Ort bzw. den Elterninitiativen erhältlich.

5 Weitere Informationen

Weitere Informationen sowie Informationsmaterial erhalten Sie von Ihrer Hebamme, Ihrem Arzt, beim Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterLandesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Ihrer Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBeratungsstelle vor Ort sowie den Elterninitiativen. Unterstützung zum Thema "Nichtrauchen" (z.B. Ausstiegsprogramme zum Rauchverzicht) finden sie bei den Suchtberatungsstellen und Gesundheitsämtern vor Ort, beim Münchner Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterInstitut für Raucherberatung und Tabakentwöhnung, der Initiative Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster"Just be smokefree", sowie bei der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Beratungstelefon: 01805 - 313131).

Hilfen beim Tod eines Kindes finden Sie in unserem Artikel zum Thema Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGlücklose Schwangerschaft

Broschüren:

 
 

Kein Internetangebot kann eine individuelle Beratung ersetzen. Vermeiden Sie, aus Unkenntnis Sozialleistungen nicht zu beantragen oder Entscheidungen mit negativen Auswirkungen zu treffen. Lassen Sie sich beraten! Eine Beratungsstelle finden Sie in Ihrer Nähe.

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Letzte Aenderung: 29.07.2011