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Kinderunfälle

Von Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-MailSilke Bosecker

1 Einleitung

Obwohl Kinder sehr häufig Unfällen der verschiedensten Art ausgesetzt sind, wollen und brauchen die Kleinen doch meist nichts anderes als "kräftiges Pusten", trösten oder "Pflaster drauf". Allerdings verunglücken über 1 Million Kinder jährlich in Deutschland so schwer, dass ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss; in einigen Fällen kam tragischerweise jede Hilfe zu spät. Ca. ein Drittel dieser Unfälle traten im häuslichen Bereich auf. Nachforschungen haben ergeben, dass durch größere Achtsamkeit der Eltern und bessere Sicherheitsvorkehrungen viele der Unfälle hätten vermieden werden können.

2 Häufige Unfallarten und ihre Ursachen

  • Stürze in der Ebene oder aus der Höhe
  • Zusammenstoß / Zusammenprall 
  • Schneiden / Quetschen / Einklemmen
  • Verbrennen / Verbrühen
  • Ersticken / Ertrinken
  • Vergiftungen
  • Verletzungen durch Strom oder Tiere (nicht nur Kampfhunde)

Ein gut entwickeltes Seh- und Hörvermögen, sichere Bewegungsabläufe, die Fähigkeit sich zu konzentrieren, das Wissen um Ursache und Wirkung - dies und einiges mehr ist notwendig, um Gefahren zu erkennen und damit umgehen zu können. Ein Kind muss all diese Fähigkeiten erst noch entwickeln, und auch dann dauert es noch viele Jahre, bis es sein Können und Wissen zuverlässig zu seinem eigenen Schutz nutzen kann. Kinder sind von Natur aus neugierig; sie erleben und erfahren ihre Umwelt durch Sehen, Hören, Tasten, Schmecken. Allerdings ist ein Kind erst im Alter von vier Jahren in der Lage, durch aufklärende Hinweise der Eltern ein Bewusstsein für Gefahren zu entwickeln. Seh- und Hörvermögen sind zwar von Geburt an vorhanden, müssen aber erst ausreifen und sich weiter entwickeln. Der Körperschwerpunkt ist noch anders, deshalb ertrinken Kinder leichter, bzw. verlieren unter Wasser die Orientierung: Und Kinder, die sich zu wenig bewegen, stürzen und stoßen sich häufiger, leiden an mangelndem Selbstvertrauen und lernen auch nicht, sich und ihre Grenzen (ob motorisch, visuell oder psychisch) richtig wahrzunehmen. Hinzu kommt, dass Kinder (insbesondere Jungs) dazu neigen, sich und ihre Fähigkeiten zu überschätzen (u. a. deshalb, weil das wahre Können der Kinder alters- und entwicklungsbedingt nicht den überzogenen Anforderungen mancher Erwachsenen entspricht).
Daher haben Sie als Eltern den schwierigen Balanceakt zu bewältigen, Ihrem Kind einerseits die Schönheit dieser Welt zu zeigen und es diese mit allen Sinnen erfahren zu lassen, es aber andererseits in regelmäßigen Abständen zu "kontrollieren", ihm gegenüber ruhig und gelassen zu bleiben (so schwer dies im Alltag auch sein mag, aber Hektik und Stress vergrößern das Unfallrisiko für Sie und Ihr Kind um ein Vielfaches) und vor allem dürfen Sie die wundervolle, schier unbegrenzte Phantasie und den unendlichen Einfallsreichtum Ihres Kindes nicht unterschätzen, der zu kuriosen, aber auch gefährlichen Situationen führen kann.

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3 Checkliste zur Unfallverhütung in Haus und Garten

Im Folgenden haben wir einige wichtige Grundsätze zusammengefasst, wie Sie bei Ihnen zu Hause, aber auch wenn Sie zu Besuch bei Freunden oder Verwandten sind (insbesondere bei Menschen, die keine Kinder haben und deren Wohnung und Garten daher auch nicht nach "Kindersicherheits"-Aspekten gestaltet sind), das Unfallrisiko minimieren können: 

  • Kinder niemals längere Zeit aus den Augen lassen (insbesondere in einer für die Kinder fremden Umgebung); dies ist umso wichtiger, je jünger das Kind ist.
  • Giftige, ätzende, entflammbare oder andere gefährliche Substanzen (z. B. Medikamente, Wasch- und Reinigungsmittel, Zigaretten, Alkohol, Feuerzeug) für Kinder unzugänglich verstauen.
  • Elektrogeräte (mit den dazugehörigen Kabeln!) in der Küche (z. B. Kaffeemaschine, Wasserkocher) und im Bad (z. B. Fön, Rasierapparat) außer Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Haushaltsgeräte wie Herd oder Backofen so absichern, dass Kinder sich nicht daran verbrennen können.
  • Keine scharfen oder spitzen Gegenstände und Werkzeuge herumliegen lassen.
  • Im Bewegungsradius von Kindern sollten sich keine schweren Vasen, Glastische, Kleinteile, giftige Pflanzen oder brennende Kerzen befinden.
  • Steckdosen mit einer Kindersicherung versehen.
  • Treppen, Fenster und Balkon/Terrasse absichern (Barrieren aufstellen).
  • Kinder dürfen im Garten nur unter ständiger Aufsicht von Erwachsenen in die Nähe von Wasser (z. B. Teich, Planschbecken, Regentonne) sein.
  • Bei Spielsachen auf Prüfsiegel (CE bzw. GS) achten.

Und falls doch einmal etwas passieren sollte, folgende Telefonnummern immer parat haben:

  • Kinderarzt,
  • Polizei (110),
  • Feuerwehr (112),
  • Rettungsleitstelle (19222),
  • Giftnotrufzentralen (Toxikologische Intensivstation des Städt. Klinikums Nürnberg, Tel: 0911-398-2451 oder Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterGiftnotruf München, Tel: 089-19240). Kontaktdaten der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterGift-Info-Zentren bundesweit findet man bei der Gesellschaft für Klinische Toxikologie e.V.

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4 Weitere Informationen

Darüber hinausgehende Anregungen und hilfreiche Tipps, wie Sie als Eltern, aber auch als Hebamme, Erzieher oder Arzt Ihr Kind schützen können, finden Sie hier:

Broschüren:

 
 

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Letzte Aenderung: 12.01.2012