Anerkennung oder gerichtliche Feststellung der Vaterschaft

 Die Feststellung, wer Vater eines Kindes ist, ist nicht immer problemlos möglich.
Rechtlich gesehen ist zunächst der Mann Vater des Kindes, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Ist der Vater jedoch nicht mit der Mutter verheiratet, kann er die Vaterschaft anerkennen oder die Vaterschaft kann gerichtlich festgestellt werden. In diesem Falle bestehen erst durch die Vaterschaftsanerkennung oder die Vaterschaftsfeststellung Verwandtschaftsverhältnisse, die die Grundlage für bestimmte Ansprüche bilden, wie z. B. den Unterhaltsanspruch oder den Erbanspruch des Kindes.
Auch ein evtl. Betreuungsunterhaltsanspruch der Mutter des Kindes setzt eine Vaterschaftsanerkennung oder -feststellung voraus.


Vaterschaftsanerkennung

Für die freiwillige Anerkennung der Vaterschaft ist die Zustimmung der Mutter des Kindes erforderlich. Die Anerkennung kann z. B. beim Jugendamt oder beimStandesamt beurkundet werden.
Stimmt die Kindsmutter der freiwilligen Vaterschaftsanerkennung des Vaters nicht zu, kann der Vater des Kindes die gerichtliche Feststellung der Vaterschaft (§1600d BGB) beantragen.


Vaterschaftsfeststellung

Weigert sich der mutmaßliche Vater des Kindes, die Vaterschaft anzuerkennen, kann das Kind oder die Mutter die Feststellung der Vaterschaft beim zuständigen Familiengericht beantragen. Dieses entscheidet in einem Abstammungsverfahren über den Feststellungsantrag. In aller Regel wird der mutmaßliche Vater zu einer Blutabnahme aufgefordert und ein genetisches Abstammungsgutachten eingeholt. Kommt das Gutachten zu einer hinreichend sicheren Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft, stellt das Gericht fest, dass der betreffende Mann der Vater des Kindes ist.


Vaterschaftsanfechtung

Zweifelt entweder der Vater selbst, die Mutter oder das Kind die Vaterschaft an, ist eine Anfechtungsklage beim zuständigen Familiengericht möglich. Über ein Abstammungsgutachten wird festgestellt, ob es sich um den biologischen Vater handelt oder nicht. Das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Vater und Kind kann dann rückwirkend bis zur Geburt des Kindes aufgelöst werden.

 

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