Gewalt in der Familie /
Frauenhäuser

Häusliche Gewalt lässt sich klar definieren, Sie umfasst alle Fälle von physischen, psychischen (etwa Demütigung oder Psycho-Terror) und sexuellen Übergriffen, die vom (Ex-) Partner ausgehen.

 

Die 2004 veröffentlichte repräsentative Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" im Auftrag des BMFSFJ zeigt, dass rund jede vierte Frau in Deutschland zwischen 16 und 85 Jahren ein- oder mehrmals in Ihrem Leben Opfer von Gewalt in der Partnerschaft wird. Diese Zahlen wurden zuletzt durch die Ergebnisse der im März 2014 erschienen EU-weiten Erhebung der europäischen Grundrechteagentur zu Gewalt gegen Frauen bestätigt.

Häusliche Gewalt bleibt oft unerkannt und betrifft alle sozialen Schichten. Es zeigt sich jedoch, dass bestimmte Lebensumstände die Gewaltbereitschaft zusätzlich erhöhen und es daraufhin zu einer Eskalation kommt. So können sich z.B. auch Schwangerschaft und Geburt bedrohlich auf eine Partnerschaft auswirken: zum einen verstärkt sich jetzt die Abhängigkeit der Partner, zum anderen steigt für beide die oft als belastend empfundene Verantwortung. Die Partnerschaft wird damit auf eine harte Probe gestellt.

Besondere Ausprägung der innerfamiliären Gewalt gegen Frauen ist z.B. auch die Zwangsverheiratung.


Betroffenheit von Kindern

Auch wenn Kinder nicht selbst unmittelbar Opfer von Gewalttaten innerhalb der Familie sind, so leiden sie bei häuslicher Gewalt jedoch immer mit.
Sie erleben sich selbst meist als hilflos und müssen die Tat als solche sowie deren Folgen mit ansehen. Schuldgefühle, Ängste und andere seelische Belastungen sind oft die Folge. Jede Form von Gewalt in der Familie ist ernst zu nehmen.
Opfer von psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt können sich jederzeit an die Polizei, das Jugendamt oder die Schwangerschaftsberatungsstellen sowie an andere Beratungsstellen wenden.

Sind Kinder von Gewalt betroffen, stehen die Fachkräfte der Jugendämter als zentrale Ansprechpartner für eine weiterführende Abklärung und gegebenenfalls für eine Hilfestellung zur Verfügung. Weitere Adressen und Ansprechpartner finden Sie unter kinderschutz.bayern.de oder aerzteleitfaden.bayern.de.

Informationen speziell zum Kinderschutz in Bayern stehen unter kinderschutz.bayern.de zur Verfügung.


Frauenhäuser

Frauenhäuser sind sichere und professionelle Schutzeinrichtungen nur für Frauen und deren Kinder, die Gewalt ausgesetzt sind oder bedroht werden.

In Bayern gibt es 38 Frauenhäuser mit 340 Plätzen für Frauen und über 400 Plätzen für deren Kinder.
In den letzten Jahren suchten jeweils ca. 2000 Frauen mit etwa ebenso vielen Kindern ein Frauenhaus in Bayern auf.

 

Notrufe

Notrufe sind ambulante Beratungsstellen, die sich auf die Beratung von Frauen und Kindern spezialisiert haben, die Opfer von sexueller oder körperlicher Gewalt geworden sind. Ebenso wie Frauenhäuser leisten bei Notrufen qualifizierte Beraterinnen Hilfe und Unterstützung in allen das Opfer betreffenden Fragen.

 

Die Telefonnummern der Frauenhäuser und Notrufe gibt es hier.

Bundesweites Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
Kostenlose Telefonnummer 08000-116 016


www.hilfetelefon.de
 

Weiterführende Informationen