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www.rss-verzeichnis.de; Artikel von techfacts.net
"RSS - Was genau ist das eigentlich?"
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Bischof kritisiert Kinder-Theaterstück der BZgA
Der katholische Bischof von Fulda, Monsignore Algermissen, verbot Ende Oktober 2007 den katholischen Kindergärten in seinem Bistum die Teilnahme an der Theateraufführung "Das Märchen von Nase, Bauch und Po". Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet dieses Präventionsstück zum Thema Körpererfahrung und Sexualerziehung seit nunmehr 4 Jahren in ganz Deutschland an. Bislang wurde es an 57 Veranstaltungsorten aufgeführt und viele katholische und evangelische Kinderbetreuungseinrichtungen haben daran teilgenommen. Der Boykottaufruf des Bischofs sei – so ein BZgA-Sprecher – „einmalig und erstmalig“.
Nach Auffassung der Kirche habe diese Form der Sexualaufklärung ihren originären Platz im Elternhaus und könne nicht Aufgabe einer Theatergruppe sein. Was aber, wenn gerade das Elternhaus dieser Aufgabe nicht nachkommt oder gar diese Vertrauensstellung in maligner Weise ausnutzt (die Mehrzahl der Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder geschieht im engen Kreis der Familie)? Haben hier nicht gerade Kinderbetreuungseinrichtungen eine besondere Verpflichtung?
Auch der Kritikpunkt, das Stück weise eine einseitige Ausrichtung der Sexualität auf körperliche Zusammenhänge auf und lasse eine ethische Wertevermittlung vermissen, wird von der BZgA zurückgewiesen; geschweige denn, dass auch ein liebevoller Umgang mit sich und seinem Körper einen wichtigen "Wert" darstellt.
Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus weist Weihnachten 2005 in seinem Elternbrief bereits in positiver Weise auf das Theaterstück hin und das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit hob vor wenigen Monaten noch den großen Erfolg dieses Projektes in Bayern hervor.
Informationen zur Kinderliedertour „Das Märchen von Bauch, Nase und Po“ finden Sie im Internetangebot der
BZgA.
Kommentar
Aus fachlicher Sicht gibt es am BZgA-Konzept nichts auszusetzen. Auch hier (ähnlich der Kritik an den BZgA-Broschüren "Körper, Liebe, Doktorspiele") ging die Initiative zum öffentlichen Protest von Personen bzw. Aktionsgruppen aus, welche mit einer offenen, sensiblen und kindgerechten Sexualaufklärung nicht einverstanden sind.
Bischof Algermissen hat sich kürzlich für eine klare Haltung im Fall von sexuellem Kindesmissbrauch durch Priester ausgesprochen. Es ist irritierend, dass er sich nun gegen Präventionsbemühungen wendet, die Kinder sensibel für ihren eigenen Körper machen, liebevoll mit ihm umzugehen und Verstöße hiergegen als Unrecht wahrzunehmen.
Es drängt sich der Eindruck auf, primär gehe es hier weniger um das Stück und um die sexualpädagogische Arbeit mit Kindern. Vielmehr bietet dieses unwürdige Spektakel einen weiteren Akt in der peinlichen Auseinandersetzung zwischen bestimmten Strömungen in der katholischen Kirche und dem Laienverein Donum Vitae und zwar darum, wer überhaupt als "katholisch" gelten darf.
Elfriede Gürtler, Doris Wiesböck, Klaus Lorenz, Reinhold Bieramperl, Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt Landshut




